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Schwarzwalduhren

Berthold Schaaf: Schwarzwalduhren, 4., überarb. u. erw. Aufl., Karlsruhe: G. Braun Verlag 2008, 432 Seiten mit 450 Farbabb., gebunden, 68,- Euro, ISBN 978-3-7650-8391-4

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Das 1983 erstmals erschienene Standardwerk zur Geschichte der Schwarzwälder Uhrmacher und ihrer Produktion liegt nun in einer erweiterten Neuausgabe vor. Die profunde Sachkenntnis des Autors und das reiche, durchgängig farbige Bildmaterial vermitteln dem Leser einen anschaulichen Begriff von dem eigentümlichen Hausgewerbe, aus dem sich im Laufe des 19. Jahrhunderts die für den Schwarzwald typische Feinwerktechnik und Uhrenindustrie entwickelt hat. Gestalt und Technik der bekannten Schwarzwälder Lackschilduhren finden sich ausführlich behandelt, von den ersten Holzräderuhren des ausgehenden 17. Jahrhunderts bis zur Absatzkrise der klassischen “Bauernuhren” um 1840. Mit der Gründung der Furtwanger Uhrenmacherschule unter der Leitung von Robert Gerwig beginnt im Schwarzwald der Wandel zur industriellen Fertigung, die vor allem auch Märkte in Übersee bedient. Dem Export von Schwarzwalduhren nach Amerika ist in der Neuausgabe dem entsprechend ein eigenes Kapitel gewidmet. Neu ist auch ein Beitrag über eine von Schwarzwäldern im Erzgebirge gegründete Uhrenfabrikation in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts. Ein weiterer Abschnitt widmet sich der Arbeitswelt der Handwerker und dem Uhrenhandel. Eigene Kapitel befassen sich mit den “Spezialitäten” der Schwarzwälder Uhrenproduktion: der Kuckucksuhr, den Figuren- und Musik-Uhren und schließlich den Jockele- und Sorguhren. Da der Band sich in erster Linie an den Uhrensammler richtet und als Nachschlagewerk konzipiert ist, wird generell auf Quelleneinzelnachweise verzichtet und ein knappes Literaturverzeichnis am Ende des Bandes nachgeschaltet. Das Namensverzeichnis zur Schwarzwälder Uhrmacherei im Anhang, das neben Uhrmachern auch Schildermaler, Gestellmacher und Händler umfasst, ist auf mehr als 3.500 Einträge erweitert worden. So steht der Handbuchcharakter des Werkes im Vordergrund, der eine schnelle, aber doch ausreichend präzise Orientierung erlaubt und deshalb nicht nur für Sammler und Liebhaber taugt, sondern auch in der Museumsbibliothek gute Dienste leisten kann.