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Kunstmuseen als Lern- und Erfahrungsorte

Christian Bies: Kunstmuseen als Lern- und Erfahrungsorte. Eine Evaluation museumspädagogischer Arbeit mit Schulklassen zu zeitgenössischer Kunst. Berlin: BibSpider Verlag, 2012 (Vogtensien - Impulse für die Museumspädagogik, Band 1), brosch., 175 Seiten, 26,-- Euro, ISBN 978-3-936960-66-2

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Den Kern der Studie bilden empirische Erhebungen im Rahmen von Vermittlungsprojekten für Schulklassen der Sekundarstufen in der Leipziger Galerie für zeitgenössische Kunst. Dabei steht die Frage im Mittelpunkt, wie die Angebote auf die Schüler wirken und welche Reaktionen sie hervorrufen. Schulklassen zur Auseinandersetzung mit zeitgenössischer Kunst zu motivieren bedeutet für Museumspädagogen stets eine Herausforderung: wie wird durch die Vermittlungsarbeit im Kunstmuseum Einfluss auf das Lernen und Erfahren der Schüler genommen? Dass die sinnliche, emotional besetzte und grundsätzlich subjektive Erfahrung des Kunstwerks stets der kognitiven Aneignung von Kunstinhalten vorausgeht, bestätigt sich in der Studie nicht zuletzt darin, dass die Schüler die Güte der Projekte insbesondere an deren Differenz zu schulischen Lern- und Arbeitsweisen festmachen. Im Ergebnis zeigt sich (erwartungsgemäß) die herausragende Bedeutung von Emotionalität, Sinnlichkeit, Spannungsreichtum und kreativer Praxis, aber auch des Erfahrungsaustauschs in der Gruppe. Zentrale Komponenten der Vermittlungsarbeit sind Annäherungshilfen bei interpretatorischen Fragen sowie zum jeweiligen Kunstbegriff. Anrufbare Lernerfolge im Sinne von Informationsvermittlung treten dabei zugunsten allgemeiner Kompetenzgewinne zurück: Kulturelle Bildung ist eben kein auf Effizienz ausrichtbarer Prozess. Der Band fußt auf einer für die Veröffentlichung überarbeiteten erziehungswissenschaftlichen Magisterarbeit, die von  Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur (HTWK) Leipzig 2008 mit dem “Arnold-Vogt-Preis für Museumspädagogik 2008″ ausgezeichnet wurde. Das Buch eröffnet eine neue Reihe “Vogtensien -Impulse für die Museumspädagogik”, die die mit dem Arnold-Vogt-Preis gewürdigten Hochschulschriften zugänglich machen möchte. Der Preis erinnert an den in Leipzig lehrenden Professor für Museumspädagogik Dr. Arnold Vogt (1952-2004).