
Ursula Augsten Steuerrecht in Nonprofit-Organisationen Wiesbaden: Gabler Verlag 2008, 237 Seiten, brosch., 49,90 Euro, ISBN 978-3-8349-0193-4
Gemeinnützige Einrichtungen können von zahlreichen Steuerbegünstigungen profitieren und sind damit in der Lage, ihre Steuerlast gewissen Grenzen zu gestalten, d. h. zu mindern. Allerdings wird es immer schwieriger, die einschlägigen Gesetze und Bestimmungen zu überblicken. Das vorliegende Handbuch informiert über die gemeinnützigkeitsrechtlichen Rahmenbedingungen, über die steuerlich Definition gemeinnütziger bzw. mildtätiger Zwecke, über die Abzugsfähigkeit von Spenden, die sog. Sphärentheorie zur steuerlichen Differenzierung der Aktivitäten einer steuerbegünstigten Körperschaft und das Besteuerungsverfahren (Kapitalertragsteuer, Umsatzsteuer, Lohnsteuer). Schließlich werden die gängigen Rechtsformen (Stiftung, gemeinnützige GmbH, Verein) verglichen und die rechtliche Ausgliederung von Teilbereichen, zum Beispiel steuerpflichtigen wirtschaftlichen Geschäftsbetrieben, behandelt. Das Handbuch ist sowohl für Steuerberater als auch für NPO-Organisationen selbst als Leitfaden bei der täglichen Arbeit nützlich. Es ist als Nachschlagewerk konzipiert, das über ein differenziertes Inhaltsverzeichnis systematischen Zugang erlaubt, aber auch durch ein Register alphabetisch erschlossen werden kann und dadurch dem Nutzer eine schnelle Orientierung ermöglicht. Die Autorin ist Partnerin und Leiterin Public Services in der Steuerabteilung von Ernst & Young in Stuttgart.
Hartmut John, Hans-Helmut Schild, Katrin Hieke (Hrsg.) Museen und Tourismus. Wie man Tourismusmarketing wirkungsvoll in die Museumsarbeit integriert. Ein Handbuch Bielefeld: Transcript Verlag, 2010, 238 Seiten, brosch., 16 Farbabb., 24,80 Euro, ISBN 978-3-8376-1126-7
"Die beste Bildung findet ein gescheiter Mensch auf Reisen." Was im klassischen Bildungsroman als ausgemacht galt, sucht sich der moderne Kulturtourismus zumindest als Image zu erhalten: Der Gewinn an Bildung ist Zubrot des Reisevergnügens. Doch im Zeitalter des Massentourismus ist der Markt für Kulturreisen so begrenzt wie umkämpft. Vor allem der Städtetourismus wirbt mit entsprechenden Angeboten gegen eine wachsende Konkurrenz. Museen zählen zwar seit langem zum festen Repertoire von Kulturreisen, aber eben nur bestimmte Museen und nur ein Teil ihres Spektrums. Versuche, den Markt aus eigener Kraft aufzurollen, können als gescheitert angesehen werden, das Modell Guggenheim ist längst versenkt. Es ist die Stunde der Techniker: Wie man Tourismusmarketing wirkungsvoll in die Museumsarbeit integriert, verspricht ein neuer Band aus dem Transcript Verlag. Und auf dem Umschlag heißt es gar, das Buch – "aus der Praxis für die Praxis" (klar doch, was sonst!) – gebe "Entscheidern und Verantwortlichen...die erforderlichen Managementinstrumente an die Hand, um auf diesem anspruchsvollen Markt erfolgreich Fuß zu fassen und sich zu behaupten." Ja, wenn das so einfach wäre, könnte man gleich morgen loslegen mit dem Erfolg. Tatsächlich bietet der Sammelband die aus vergleichbaren Publikationen bekannte Mischung von Aufsätzen mit systematischem Ansatz und Projektberichten unterschiedlicher Relevanz und Reichweite. Die Einführung unterstellt den Museen ein eher gestörtes Verhältnis zur Touristik. Allerdings wird dabei ignoriert, dass die großen Häuser seit langem professionelles Marketing betreiben, auch auf dem kulturtouristischen Sektor. Dem entsprechend bieten die dem Band vertretenen Best-Practice-Beispiele keine wirklich neuen Vorgehensweisen und Erfahrungen. Ein Grundproblem professioneller Marketingstrategien im Museum bleibt indessen ausgeblendet, nämlich die zum Teil immensen Kosten, die ein zunehmend härter werdender Verdrängungswettbewerb in immer neue Höhen treibt. Im klassischen Verdrängungswettbewerb scheiden die erfolglosen Teilnehmer aus dem Marktgeschehen aus. Aber genau dies eben ist bei kulturellen Einrichtungen nicht der Fall, so dass Erfolge oft teuer erkauft aber selten von Dauer sind. Andererseits fehlt der Mehrzahl der Museen ohnehin der finanzielle Spielraum, um sich auf regelrechte Marketingkampagnen einzulassen. Verbundlösungen nach dem Motto "gemeinsam stark" liefern jedenfalls kein Patentrezept für kleinere und mittlere Einrichtungen. Ähnliches gilt für Kooperationen mit Touristikverbänden. Sicher ist nur eines: um relevante Marktanteile für "zahllose Museumseinrichtungen mit ungeahnten, bislang nicht in Wert gesetzten touristischen Potentialen" zu erobern, sind die branchenüblichen Marketinginstrumente nur bedingt geeignet, denn schließlich nutzt die Konkurrenz im Zweifelsfall das gleiche Besteck.
Bernd Schneidmüller/Stefan Weinfurter/Alfried Wieczorek (Hrsg.) Verwandlungen des Stauferreichs. Drei Innovationsregionen im mittelalterlichen Europa Stuttgart: Theiss Verlag, 2010, 496 Seiten mit ca. 200 Abbildungen, geb., 29,90 Euro, ISBN 978-3-8062-2365-1
Der Sammelband veröffentlicht die Beiträge von rund 30 Wissenschaftlern, die sich Ende 2008 im Rahmen eines Kolloquiums Gedanken zur Vorbereitung der im Sommer 2010 in Mannheim stattfindenden Ausstellung "Die Staufer und Italien" gemacht hatten. Konkret vorgegebenes Thema bildeten drei "Innovationsregionen im mittelalterlichen Europa": die Rhein-Main-Neckar-Region (d.h. der Ober- und Mittelrhein um Mainz, Worms und Speyer), Oberitalien und Sizilien. Die Verbindung dieser Regionen mit einer der bekanntesten Herrscherdynastien des Mittelalters, den Staufern, steht freilich unter Vorbehalt: Wenn die Stauferzeit als eine der innovativsten Epochen der europäischen Geschichte gesehen wird, bleibt zunächst offen, welchen Anteil das namensgebende Herrschergeschlecht tatsächlich an den prägenden gesellschaftlichen und strukturellen Entwicklungen im einzelnen hatte. Die in dem Band abgehandelten Themenbereiche umfassen neben dem Blick auf die Dynastie selbst, die Formen der Herrschaftsorganisation, die Grundlinien der Konfliktführung und ihre Lösungsstrategien, Netzwerke im Waren-, Wissens- und Kulturtransfer und anderes mehr. Die Veränderungen selbst sind in vielen Bereichen wie Architektur, Technik, Frömmigkeitsformen, oder Ökonomie und Verkehr auszumachen. Die konkreten Prozesse und Triebkräfte die zu den jeweils spezifischen regionalen Ausformungen und zu nachhaltigen Strukturveränderungen geführt hatten, sind indessen mitten in der wissenschaftlichen Diskussion, ebenso die nachweisbaren gegenseitigen Beeinflussungen der verhandelten "Innovationsregionen". Eines zeichnet sich jedoch deutlich ab: die im 19. Jahrhundert fixierten linearen Geschichtsbilder, die von der Gestaltungskraft einzelner Herrscher geprägt waren, werfen lange Schatten und wirken literarisch bis heute kräftig nach. Die Herausgeber des Tagungsbandes sehen in "Verwandlungen des Stauferreichs" bereits ein Standardwerk der stauferzeitlichen Geschichte, das dem Ausstellungsbesucher eine wissenschaftliche Vertiefung des in der Ausstellung Präsentierten, der Fachwelt eine Grundlage zur weiteren Auseinandersetzung mit dem Thema bietet.
Joachim Baur (Hrsg.) Museumsanalyse. Methoden und Konturen eines neuen Forschungsfeldes Bielefeld: Transcript Verlag 2010, 292 Seiten, brosch., 26,80 Euro, ISBN 978-3-89942-814-8
Die Gründungswelle neuer Institutionen in den 1980er Jahren hat über die Jahre zahllose Studien über die Eigenart des Museums hervorgebracht. Ein breiter Fächer von Disziplinen hat dabei unter unterschiedlichsten Blickwinkeln vor allem die Vielgestaltigkeit des gemeinsamen Untersuchungsgegenstandes festgestellt. Der Facettenreichtum der Institution Museum ist jedoch zugleich dafür verantwortlich, dass es schwer fällt, die Erträge dieser geballten Forschungsanstrengung zu bilanzieren. Der vorliegende Band nun stellt in Aussicht, dieses unübersichtliche Terrain zu sondieren und einen analytischen "Werkzeugkasten" zu entwickeln, der zur Markierung auch verschlungener Erkenntniswege taugt. Beim Blick in das Inhaltsverzeichnis stellt sich indessen zunächst die Frage, ob ein Sammelreader das geeignete Format sein kann, um ein solches Vorhaben anzugehen. Schließlich ist diese in den Sphären des Interdisziplinären beliebte Publikationsform selbst für notorische Gegenstandsunschärfe berüchtigt. Um Methoden und Konturen eines neuen Forschungsfeldes zu umreißen, würde man sich eher eine klassische Monografie wünschen. Tatsächlich bestätigt die Lektüre dieses Vorurteil über weite Strecken. Zumindest die in der Einführung angekündigte Orientierung an konkreten Fallanalysen sucht man in den Einzelbeiträgen vergeblich. Dort werden ganz überwiegend disziplinäre Perspektiven auf das Museum vorgestellt. Entschädigt wird der Leser allerdings durch überwiegend gut lesbare Aufsätze, die den jeweiligen Forschungsstand referieren. Ein Situationsbericht also, der, für sich genommen, durchaus empfehlenswert erscheint, sofern man sich nicht davon stören lässt, dass er die selbst gestellten Ansprüche nicht immer einlösen kann.
Julia Kubicek Wie seniorengerecht sind Museen? Anforderungen im Praxistest Berlin: BibSpider 2009 (Leipziger Impulse für die Museumspraxis, Band 1) 112 Seiten, brosch., 23,00 Euro, ISBN 978-3-93690-34-1
Timm Starl Bildbestimmung. Identifizierung und Datierung von Fotografien 1839 bis 1945 Marburg: Jonas Verlag 2009, 183 Seiten, 312 Abb., geb. 30,- Euro, ISBN 978-3-89445-423-4
Irene Ziehe/Ulrich Nägele (Hrsg.) Digitale Fotografie. Kulturelle Praxen eines neuen Mediums Beiträge der 4. Tagung der Arbeitsgruppe Fotografie in der Deutschen Gesellschaft für Volkskunde vom 19. bis 21. September 2008 in Marburg, Münster/New York/München/Berlin: Waxmann 2009 (Visuelle Kultur. Studien und Materialien, Bd. 4) 169 Seiten mit 31 s/w-Abb., brosch., 29,90 Euro, ISBN 978-3-8309-2187-5
Innerhalb weniger Jahre hat die digitale Fotografie die herkömmlichen Analogverfahren zur Bildgewinnung abgelöst. Doch nicht nur dies; völlig neue Umgangsformen mit Fotografie haben sich entwickelt, die kaum mehr zu übersehen oder einzugrenzen sind; man denke etwa an die Verbreitung des Mobiltelefons, das jederzeit als Kamera benutzt werden kann. Allein die Zahl der Produzenten und Konsumenten von fotografischen Bildern bringt das kulturwissenschaftliche Forschungsfeld "Fotografie" in Nöte; die schiere Größe und die Umsatzgeschwindigkeit des neuen Leitmediums Internet tut ein Übriges, um jeden Versuch, Übersicht zu schaffen, schon im Ansatz zum Scheitern zu bringen. Es ist dieser Befund, der auf die Beiträge der 4. Tagung der Kommission Fotografie der Deutschen Gesellschaft für Volkskunde e.V. (dgv) fast schon lähmend wirkt. Die Trauerarbeit über den Verlust der Fotografie im handgreiflichen Sinn als historisches Original und primäre Quelle scheint in manchem Fall (noch) eine perspektivische Neuorientierung zu überlagern. Doch es hilft alles nichts, mit dem Archivkarton wird man der digitalen Fotografie nicht mehr beikommen können, auch wenn das Trägermedium Papier nach wie vor in Gebrauch bleibt. Es sieht so aus, als hätten sich nach dem Telefon nun auch optische Kommunikationsformate etabliert, die dem Netz etablierter Überlieferungsverfahren durch die Maschen gehen. Welche Konsequenzen dies für die historische Forschung hat, scheint im Moment jedenfalls nicht absehbar.
Monika Kania-Schütz (Hrsg.) In die Jahre gekommen? Chancen und Potentiale kulturhistorischer Museen Beiträge der 18. Tagung der Arbeitsgruppe Sachkulturforschung im Museum in der Deutschen Gesellschaft für Volkskunde vom 28. bis 30. Mai 2008 im Freilichtmuseum Glentleiten, Münster/New York/München/Berlin: Waxmann 2009, 176 Seiten mit zahlr. Abb., brosch., 29,90 Euro, ISBN 978-3-8309-2187-5
Die Arbeitsgruppe für Sachkulturforschung und Museum ist eine der größten und aktivsten Kommissionen in der Deutschen Gesellschaft für Volkskunde e.V. (dgv). Ihre Gründung 1970 stand im Kontext der kontroversen Diskussionen um das Selbstverständnis und die Neuorientierung des Faches Volkskunde, die auch den Arbeitsansatz kulturhistorischer Museen in Frage stellte. Der Titel der 18. Tagung der AG: "In die Jahre gekommen?" ist deshalb durchaus als Spiegelfrage zu verstehen, auch wenn dies (leider) nicht explizit zur Sprache kommt. Tatsächlich haben die Arbeitsgruppe und die vor ihr diskutierten Ansätze (etwa zur Alltagskultur) starken Einfluss auf die Sammelstrategien und Präsentationsformen kulturgeschichtlicher Museen nehmen können, und der Museumsboom der 1980er Jahre hat die Realisierung neuer Konzepte auf breiter Front möglich gemacht. Mit der Erfahrung im Rücken, dass jede Form des Zeitgemäßen einem eminenten Alterungsprozess unterliegt, schärft sich der Blick für die Vielschichtigkeit der materiellen Überlieferung der Museen. Die Frage, in welcher Art und Weise die historische Komplexität der Bestände mit den jeweils aktuellen gesellschaftlichen Forderungen an die Museumsarbeit verbinden lassen, stellt sich im Abstand regelmäßig aufs neue. Besucherrückgang und finanzielle Engpässe befeuern den Prozess der kritischen Selbstbefragung. Die Beiträge in dem Tagungsband formulieren Strategien verschiedener Museumstypen im Umgang mit dem museal verwalteten Kulturerbe auf und diskutieren Perspektiven und Visionen, wobei die Suche nach neuen Themenstellungen und Vermittlungskonzepten, aber auch Konsequenzen für die Sammlungspolitik derzeit durch die Frage im Fluss gehalten wird, wer die Deutungshoheit über die verhandelten Inhalte besitzt oder in Anspruch nehmen kann. Insgesamt liefert der Tagungsband einen guten Überblick über den aktuellen Stand volkskundlicher Museumsarbeit. Der Innovationsdruck weckt durchaus kreative Potentiale, allerdings kann der Ideenschaulauf nur dann in erlebbare Museumspraxis umgespurt werden, so ein Fazit, wenn auch die erforderlichen finanziellen und personellen Ressourcen zur Verfügung stehen.
Susanne Claussen Anschauungssache Religion. Zur musealen Repräsentation religiöser Artefakte Bielefeld: Transcript 2009, 292 Seiten, kart., 23 s/w- Abb., 29,80 Euro, ISBN 978-3-8376-1283-7
In Kunstmuseen oder kulturgeschichtlichen und ethnologischen Museen zählen Kult- und Ritualgegenstände zum festen Bestandteil der Sammlungen. Artefakte mit religiöser Bedeutung zu präsentieren, stellt Museen vor besondere Herausforderungen. Die Darstellung von Religion und Religiosität soll einerseits wissenschaftlichen Ansprüchen genügen, andererseits gesellschaftliche Verantwortung und Respekt vor Glaubenszeugnissen bewahren. Gibt es hierfür eine angemessene Form? Wirkt die Musealisierung kultischer Objekten in Richtung Profanierung oder findet im Gegenteil eine Resakralisierung statt? Susanne Claußen verfolgt diese Fragen anhand konkreter Fallanalysen am Beispiel von Kloster Ansbach, einem Zweigmuseum des Bayerischen Nationalmuseums, des Museums Schnütgen in Köln und der beiden Völkerkundemuseen in Bremen und Stuttgart. Sie analysiert die Dauerausstellungen der genannten Häuser und stellt dabei Überlegungen zu vier Grenzbegriffen an der Schnittstelle Religion/Museum an: zur Aura der Dinge, zum Museum als rituellem Ort, zum Museum als gesellschaftlich integrierendem Ort und zum Mythos im Museum. Die Untersuchung nutzt museologische, religionswissenschaftliche sowie semiotische Ansätze und mündet in grundsätzliche Überlegungen zur Darstellbarkeit religiöser Inhalte im Museum, wobei die Autorin insbesondere die Vermittlungsfunktion der Museen im Auge hat, der angesichts schwindender Kenntnisse und Eigenerfahrung auf Seiten des Besucherpublikums wachende Bedeutung bei der "Anschauungssache Religion" zukommt. Ein Manko sind die wenigen, meist kleinformatigen Abbildungen in dem Band, die dem Leser auf der diskursiven Durststrecke eher unerquicklich scheinen. Der Untersuchung liegt die kulturwissenschaftliche Dissertation der Autorin an der Universität Tübingen zugrunde.
Niklot Klüßendorf Münzkunde. Basiswissen (Hahnsche Historische Hilfswissenschaften, Bd. 5). Hannover: Verlag Hahnsche Buchhandlung 2009, 128 Seiten, 39 s/w-Abb., brosch., 14,80 Euro, ISBN 978-3-7752-6135-7
Der Band des Marburger Numismatikers Niklot Klüßendorf bietet eine komprimierte Einführung in die Historische Hilfswissenschaft der Münzkunde, die in der Praxis heute vor allem eine Museumswissenschaft ist, da sie ganz überwiegend in direkter Verbindung mit Münzkabinetten oder privaten Sammlungen betrieben wird, während sie im Universitätsbereich eher ein Schattendasein im Rahmen von Geschichte und klassischer Altertumswissenschaft führt. In sechs Kapiteln skizziert der Band , der sich auf Mittelalter und Neuzeit konzentriert, einen Überblick über die Wissenschaftsgeschichte der Numismatik, über Gegenstand und Methoden der Disziplin, Wegmarken der Geldgeschichte, die Verknüpfung mit den anderen Hilfswissenschaften: Diplomatik, Aktenkunde, Paläographie, Chronologie, Heraldik, Phaleristik (Ordenskunde), Sphragistik (Siegelkunde), Genealogie, Onomastik (Namenskunde), Metrologie (Kunde des Maßwesens), Historische Bildkunde. Institutionen, die sich mit Numismatik beschäftigen, stellt Kapitel V vor. Dem schließt sich ein historisch-systematischer Überblick von den Münzreformen der Karolinger bis zum Euro an sowie eine Auswahlbibliographie zu den einzelnen Kapiteln. Ein Index erschließt Namen und Sachbegriffe.
Repräsentation im Wandel. Nutzung südwestdeutscher Schlösser im 19. Jahrhundert Hrsg. von Wolfgang Wiese und Katrin Rössler Ostfildern Jan Thorbecke Verlag 2008 (Oberrheinische Studien, Band 26), 296 Seiten mit 104, z. T. farbigen Abbildungen, gebunden, 34,– Euro, ISBN 978-3-7995-7826
Landesstelle für Museumsbetreuung Baden-Württemberg und der Arbeitsgemeinschaft der sieben regionalen ländlichen Freilichtmuseen in Baden-Württemberg (Hrsg.) Dorf unterm Hakenkreuz. Diktatur auf dem Land im deutschen Südwesten 1933-1945 Ostfildern Süddeutsche Verlagsgesellschaft im Jan Thorbecke Verlag 2009, 176 Seiten mit 152 Abbildungen, brosch., 16,80 Euro, ISBN 978-3-7995-8044-1
David Dernie Ausstellungsgestaltung. Konzepte und Techniken Ludwigsburg avedition 2006, 192 Seiten, 408 farbige Abb. und Pläne, gebunden, 59,- Euro, ISBN 978-3-89986-068-9
Ausstellungen, die mit spektakulärer Gestaltung aufwarten, gehören heute zum Standardrepertoire vor allem großer Museen. Zum Schlüssel des Erfolges werden hierbei zunehmend der Unterhaltungs- und Erlebniswert solcher Veranstaltungen, wobei die Grenzen zwischen kommerziellem und nicht kommerziellem Sektor verschwimmen. Die grundlegenden Prinzipien der Kunst anregender Präsentation sind längst austauschbar geworden. Eine Auswahl ambitionierter Projekte auf diesem Gebiet präsentiert der Autor und Herausgeber des vorliegenden Bandes vorwiegend aus britischen und amerikanischen, aber auch aus deutschen Museen. Die vorgestellten Beispiele stammen von namhaften Gestaltern und Architekten und bilden eine Art Corporate Branding der Szene. Narrativem, performativem und simuliertem Raum sind die ersten drei Abschnitte gewidmet, es folgen Kapitel über Präsentation, Beleuchtung sowie Kommunikation, Grafik und Farbe. Die einzelnen Kapitel sind vom Herausgeber, dem Leiter der Manchester School of Architecture, jeweils mit Einführungstexten versehen, während die Gestalterbüros ihre einzelnen Projekte mit Informationen zu Veranstaltungsort, Inhalt und Struktur der Ausstellung, besonderen Gestaltungslösungen und der evozierten Stimmung in den Räumen beschreiben und mit markanten Fotos und Plänen illustrieren. Wer einen Überblick über den aktuellen State of the Art sucht, ist mit dem Band gut bedient und anregend wirkt die Übersicht allemal.
Saskia Frank Zeppelin-Ereignisse. Technikkatastrophen im medialen Prozess Marburg: Tectum Verlag 2008, 220 Seiten, Paperback, 24,90 Euro, ISBN 978-3-8288-9836-3
Das Zeitalter der Zeppeline beginnt mit einem Unglück und endet mit einer Katastrophe. Im August 1908 geht das Luftschiff LZ 4 nach einer Notlandung bei Stuttgart in Flammen auf. Der populäre Graf mit der fixen Idee wäre ruiniert gewesen, wenn ihm damals nicht eine Spendenaktion innerhalb weniger Wochen die unglaubliche Summe von 6,5 Millionen Mark zur Verfügung gestellt hätte. Und dann, nach 20 Jahren, das Ende einer Ära: Am 6. Mai 1937 fing das auf den Namen „Hindenburg“ getaufte Luftschiff Zeppelin LZ 129 bei der Landung im amerikanischen Lakehurst Feuer, verbrannte binnen Sekunden, und riss 35 Menschen in den Tod. Die Bilder prägen als visuelles Fanal das kollektive Gedächtnis bis heute. Mit Zeppelinen assoziieren wir nach wie vor zwei Seiten des technischen Fortschritts: Faszination und Katastrophe. Saskia Frank zeigt, wie der mediale Umgang mit der Entwicklung der Zeppeline Sinnstiftungen abseits technischer Fakten produzierte. Zeppelin-Flüge wurden zu Himmelfahrten zwischen Diesseits und Jenseits. Luftschiffe wurden im Luftkrieg 1914-1918 aber auch zu Vorboten des Unheils, im Nationalsozialismus zu Vehikeln der Massensuggestion, bei Unglücksfällen wie in Lakehurst zum unentrinnbaren Fanal. Welche neuen symbolischen Ebenen hierdurch eröffnet werden und was dies über den Umgang der Menschen mit technischen Katastrophen aussagt, ist nur eine der Fragen, mit der sich das Buch befasst. Frank zeigt in ihrer Marburger Dissertation wie sich von jedem Unglück ein fester Bilderkanon durchsetzt, der das eigentliche Ereignis überdauert und die technische Katastrophe zu einem kulturellen Muster macht.
Sammeln, Archivieren, Auswerten Ein Leitfaden für Vereinsarchive, Festschriften und Jubiläumsausstellungen, hrsg. vom Institut für Sportgeschichte Baden-Württemberg e.V., 3. durchges. und erw. Auflage, Vaihingen/Enz 2000, 84 Seiten, 24 Abbildungen, geb., ISBN 3-933486-20-3, zu beziehen über IfS, Frankfurter Str. 4, 75433 Maulbronn (Schutzgebühr 5,10 Euro zzgl. 2,- Euro Versand)
Berthold Schaaf Schwarzwalduhren 4., überarb. u. erw. Aufl., Karlsruhe: G. Braun Verlag 2008, 432 Seiten mit 450 Farbabb., gebunden, 68,- Euro, ISBN 978-3-7650-8391-4
Das 1983 erstmals erschienene Standardwerk zur Geschichte der Schwarzwälder Uhrmacher und ihrer Produktion liegt nun in einer erweiterten Neuausgabe vor. Die profunde Sachkenntnis des Autors und das reiche, durchgängig farbige Bildmaterial vermitteln dem Leser einen anschaulichen Begriff von dem eigentümlichen Hausgewerbe, aus dem sich im Laufe des 19. Jahrhunderts die für den Schwarzwald typische Feinwerktechnik und Uhrenindustrie entwickelt hat. Gestalt und Technik der bekannten Schwarzwälder Lackschilduhren finden sich ausführlich behandelt, von den ersten Holzräderuhren des ausgehenden 17. Jahrhunderts bis zur Absatzkrise der klassischen "Bauernuhren" um 1840. Mit der Gründung der Furtwanger Uhrenmacherschule unter der Leitung von Robert Gerwig beginnt im Schwarzwald der Wandel zur industriellen Fertigung, die vor allem auch Märkte in Übersee bedient. Dem Export von Schwarzwalduhren nach Amerika ist in der Neuausgabe dem entsprechend ein eigenes Kapitel gewidmet. Neu ist auch ein Beitrag über eine von Schwarzwäldern im Erzgebirge gegründete Uhrenfabrikation in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts. Ein weiterer Abschnitt widmet sich der Arbeitswelt der Handwerker und dem Uhrenhandel. Eigene Kapitel befassen sich mit den "Spezialitäten" der Schwarzwälder Uhrenproduktion: der Kuckucksuhr, den Figuren- und Musik-Uhren und schließlich den Jockele- und Sorguhren. Da der Band sich in erster Linie an den Uhrensammler richtet und als Nachschlagewerk konzipiert ist, wird generell auf Quelleneinzelnachweise verzichtet und ein knappes Literaturverzeichnis am Ende des Bandes nachgeschaltet. Das Namensverzeichnis zur Schwarzwälder Uhrmacherei im Anhang, das neben Uhrmachern auch Schildermaler, Gestellmacher und Händler umfasst, ist auf mehr als 3.500 Einträge erweitert worden. So steht der Handbuchcharakter des Werkes im Vordergrund, der eine schnelle, aber doch ausreichend präzise Orientierung erlaubt und deshalb nicht nur für Sammler und Liebhaber taugt, sondern auch in der Museumsbibliothek gute Dienste leisten kann.
Badisches Landesmuseum Karlsruhe (Hrsg.) Ur- und Frühgeschichte. Führer durch die Archäologische Abteilung Karlsruhe: Info Verlag 2008, 160 Seiten mit 38 s/w. und 153 farbigen Abb., brosch., 16,90 Euro, ISBN 978-3-88190-523-7
Die Sammlungen des Badischen Landesmuseums zur Ur- und Frühgeschichte reichen von der Steinzeit bis zu fränkischen Grabungsfunden aus dem 7. Jh. n. Chr. Ein neuer Führer erschließt den Zugang zur archäologischen Schausammlung, liefert Informationen zur Geschichte der einzelnen Epochen und erläutert deren Spezifika. Schlaglichtartig werden daneben einzelne Sach- und Wissensgebiete im Grundzug vorgestellt. Die durchgängig farbige Illustrierung liefert reiches Anschauungsmaterial und die Literaturübersicht gestattet eine vertiefende Beschäftigung mit dem Spektrum der skizzierten Themen. Mit seinem kompakten Überblick über die Ur- und Frühgeschichte in Baden ist der kleine Band nicht nur für den Besucher des Karlsruher Landesmuseums eine Bereicherung, sondern er dürfte auch den vielen Heimatmuseen willkommen sein, die archäologische Funde präsentieren - sei es als Einführung in das Fachgebiet für Nichtarchäologen oder auch direkt als Anregung für die didaktische Erschließung solcher Funde im eigenen Museum. In jedem Fall bietet der neue Führer eine Lektion Heimatkunde wie man sie sich öfter wünscht: kompetent und kurzweilig.
Martin Schmidt, Marlise Wunderli Museum experimentell. Experimentelle Archäologie und museale Vermittlung Schwalbach: Wochenschau Verlag 2008, 208 Seiten, 42 s/w-Abb., brosch., 14,80 Euro, ISBN 978-3-89974400-2
Christoph Wenzel Notfallprävention und –planung für Museen, Galerien und Archive Köln: VdS-Verlag 2007 (Kölner Beiträge zur Präventiven Konservierung, Bd. 1), 176 Seiten, 35.- Euro, ISBN 3-936050-13-9
Katastrophen wie das Elbhochwasser oder das Feuer in der Herzogin-Anna-Amalia-Bibliothek haben das Problem fehlender Notfallpläne für Museen deutlich aufgezeigt. Sie gaben Anstoß zu der vorliegenden Diplomarbeit, die am Institut für Restaurierungs- und Konservierungswissenschaft der Fachhochschule Köln geschrieben worden ist und zugleich den Auftakt einer neuen Buchreihe der FH bildet. Der Autor stellt zum einen detailliert Methoden und Wege der Risikoanalyse und des Risikomanagements vor. Im nächsten Schritt beschreibt er die Stationen der eigentlichen Notfallplanung für Museen, die in erster Linie Aufgaben und Verantwortungen eindeutig zu regeln versucht. Checklisten, Ablaufpläne sowie Empfehlungen zu stabilisierenden Maßnahmen an geschädigten Objekten im Anhang ergänzen den übersichtlichen gegliederten Band, der einen guten Einstieg in die Problematik bildet, wenn auch in etwas spröder Aufmachung. Der „feste Wille zur Optimierung der Abläufe“ ist für den Autor eine wesentliche Grundvoraussetzung dafür, dass die Planung von Notfallszenarien im Ernstfall zum Erfolg zu führen. Mit anderen Worten: Notfallprävention ist eine Daueraufgabe, die mit der gezielten Koordination des Personals steht und fällt.
Wolfgang Rothmaier und Eberhard Veith Porzellan aus Ellwangen und Schrezheim 1758-1775 Ellwangen 2008, 215 Seiten mit 270 Farbabb., geb., 48,- Euro. Zu beziehen über www.schlossmuseum-ellwangen.de
Jan Carstensen, Uwe Meiners, Ruth-E. Mohrmann (Hgg.) Living History im Museum. Möglichkeiten und Grenzen einer populären Vermittlungsform Münster u.a.: Waxmann Verlag 2008 Beiträge zur Volkskultur in Nordwestdeutschland, Bd.111), brosch., 176 Seiten mit 60 Abb., 24,90 Euro, ISBN 978-3-8309-2029-8
In Skandinavien, den Niederlanden, Großbritannien und in den USA sind "Living History" und "Reenactment" vor allem in Freilichtmuseen eine weit verbreitete Darreichungs- und Veranstaltungsform, die inzwischen mehr und mehr auch in deutschen Museen Einzug hält - im Bereich der Archäologie, in Freilichtmuseen, aber zum Beispiel auch im Rahmen von Stadtführungen. Der vorliegende Band präsentiert die Referate einer Arbeitstagung der Volkskundlichen Kommission für Westfalen vom Oktober 2007 im Niedersächsischen Freilichtmuseum Cloppenburg, auf der Chancen und Risiken dieser populären Vermittlungsstrategie aus der Perspektive unterschiedlicher Fächer und Institutionen diskutiert wurden. Dabei wird Living History im Museum sowohl unter museologischen Aspekten analysiert als auch in der konkreten Museumsarbeit vorgestellt. Zudem kommen Akteure von Agenturen zu Wort, die Living-History-Programme für Museen bereitstellen.
Max Graf zu Waldburg-Wolfegg (Hg.) Die Waldburg in Schwaben Ostfildern: Jan Thorbecke Verlag 2008, 216 Seiten, gebunden, zahlr. farbige Abbildungen, 29,80 Euro, ISBN 978-3-7995-1069-1
Auf einem eiszeitlichen Höhenrücken thront die Waldburg über der Landschaft Oberschwabens; berühmt ist der Blick vom Dach der Burg auf das Voralpenland bei Föhnwetterlagen. Die Burg ist der Stammsitz eines ursprünglich welfisch-staufischen Ministerialengeschlechts, das im Mittelalter bedeutende Machtpositionen besetzte: Truchsesse, Schenke und Bischöfe gingen aus ihm hervor, unter anderem von Konstanz, Speyer und Straßburg. Im 13. Jahrhundert befanden sich sogar die Reichskleinodien auf der Waldburg. 1803 wurden die noch bestehenden Linien des Hauses Waldburg in den Reichsfürstenstand erhoben, doch bereits 1806 durch die neuen Königreiche Bayern und Württemberg mediatisiert. Heute beherbergt die Burg ein Museum und ist in den Sommermonaten zur Besichtigung geöffnet. Die Burg und ihre Baugeschichte bilden den Kern der Monografie, die nicht zuletzt dank ihrer guten Bildausstattung eine anschauliche Vorstellung von diesem Fixpunkt der Geschichte Oberschwabens vermittelt.
Aalener Jahrbuch 2006-08, hg. vom Geschichts- und Altertumsverein Aalen e.V., 432 Seiten mit zahlr. s/w-Abb., brosch., 19,50 Euro, ISBN 978-3-9810452-3-9
Der Geschichts- und Altertumsverein Aalen legt in seiner Forschungsarbeit seit einigen Jahren einen Schwerpunkt auf Themen der Zeitgeschichte. Während in der letzten Ausgabe seines Jahrbuchs die Entwicklung der NSDAP in den 1920er Jahren verfolgt worden war, wird in dem neu erschienenen Band die Zeit 1934 bis 1939 verhandelt. Sieben Beiträge beleuchten die 1930er Jahre in der Kochstadt aus unterschiedlichem Blickwinkel und zeigen, wie die nationalsozialistische Ideologie alle Lebensbereiche durchdrungen hat. Nach dem Sturz des Oberbürgermeisters Friedrich Schwarz am 1. Februar 1934 betrachteten sich die Parteigenossen der NSDAP in Aalen als uneingeschränkte "Wächter des neuen Staates". Die Vorgaben der Nationalsozialisten regelten ab sofort, was in Gewerbe und Landwirtschaft zu geschehen hatte. Zugleich wurde die systematische Beeinflussung aller Altersgruppen mit NS-Gedankengut vorangetrieben; die rassistisch legitimierte "Volksgemeinschaft" war das Maß aller Dinge und prägte alle Lebensbereiche, so dass noch vor dem Ende der 1930er Jahre "Gleichschaltung" erreicht war.
Ins Museum. Kunst und Unterricht Nr. 323/324, Seelze/Velber: Erhard Friedrich Verlag 2008, 64 Seiten, 22,- EUR
Im Museum – Sammeln will überlegt sein Mitteilungen der Thurgauischen Museumsgesellschaft, Heft 33, brosch., 120 Seiten, 56 farbige Abb., ISBN 978-3-9520631-3-2, zu beziehen über ICOM Schweiz zum Preis von 10 Euro zzgl. Versandspesen.
Die Sammlung bildet den Kern eines jeden Museums. Doch die Konkurrenz reiner Ausstellungs- und Veranstaltungsbetriebe macht es den Museen zunehmend schwieriger, die notwendigen konservatorischen Aufwendungen für die Sammlung im Budget zu verankern, denn vieles bleibt hier, vor allem für den Außenstehenden, Aufwand ohne kurzfristig sichtbaren Ertrag. Arbeit an der Sammlung heißt aber auch, strukturelle Überlegungen zur Schärfung der eigenen Sammlungspolitik anzustellen, denn Sammeln heißt stets: Auswählen. Der vorliegende, sehr ansprechend gestaltete Band stellt die Sammlungskonzepte der vom Schweizerischen Kanton Thurgau geführten Museen vor und zeigt zusätzlich am Beispiel des Rätischen Museums in Chur, wie zeitgemäße Sammlungskonzepte entwickelt werden können. Am anderen Ende sehen sich Museumsleute heute übervollen Depots und Magazinen gegenüber. Muss alles, was einmal gesammelt worden ist, auf ewig bewahrt werden? Deakzession lautet ein neues Zauberwort in der Museumsszene. Das Verkehrshaus in Luzern erläutert zum Abschluss der informativen Beiträge sein Konzept einer kontrollierten Sammlungsbereinigung.
Alle(s) Rößler - die Untermünkheimer Schreinerfamilie Rößler im Lichte neuester Forschung, hrsg. vom Kultur- und Förderverein Rößler-Museum e.V. Begleitbuch und Katalog zur Sonderausstellung 25 Jahre Rößler-Museum Untermünkheim 2008, brosch. 182 Seiten mit zahlr. farbigen Abb., 16,- Euro, ISBN 3-9809177-4-6
Das Rößler-Museum in Untermünkheim hat im Jahre 2008 sein 25-jähriges Bestehen feiern können. Die Einrichtung ist benannt nach der Schreinerfamilie Rößler, die am Ort in zwei Generationen von 1779 bis 1849 tätig war. Das Begleitbuch zur Jubiläumsausstellung befasst sich neben Johann Heinrich Rößler und seinem berühmt gewordenen Sohn und Werkstattnachfolger Johann Michael Rößler aus Untermünkheim erstmals auch mit dessen Brüdern Johann Georg Rößler, Schreinermeister in Großaltdorf und Johann Friedrich Rößler, Schreinermeister in Eschental, die im Verlauf der langjährigen Forschungsarbeiten des Vereins identifiziert worden sind und deren Werke aufgespürt wurden. Mit Texten namhafter Fachautoren und einer Vielzahl farbiger Abbildungen gestattet der Band einen kompetenten Überblick über die von Untermünkheim ausgehende Möbelgestaltung im 18. und 19. Jahrhundert.
Christian Dingenotto Cultural Business - Kultur mit Gewinn. Ein Anwenderbuch Norderstedt: Books on Demand 2007, brosch., 140 Seiten, 15,50 Euro, ISBN 978-3-8370-0487-8.
Der kleine Band wendet sich an Geisteswissenschaftler und Kulturinstitutionen, die über keine oder zu wenig Mittel verfügen und stellt in Aussicht, über Hilfen zu einer geschickten Projektplanung auch solche Projektideen umsetzbar zu machen, die zunächst nicht finanzierbar erscheinen. Mit möglichst geringem finanziellem Aufwand eine professionelle und erfolgreiche Außenwirkung zu erzielen - wer möchte das nicht. Der Autor verspricht, zu diesem Zweck und Ende praxisorientiert Methoden und Grundelemente aus Kalkulation, Projektmanagement, Marketing und Gestaltung verfügbar zu machen. Nicht unsympathisch ist der etwas handgestrickte Zugang, den der Autor, ein studierter Ägyptologe, für seine Tipps und Tricks wählt. Man kann sich auf der Internetseite www.cultural-business.com selbst ein Bild von seiner Vorgehensweise machen. Von dort aus ist der Band, der zwar den notorischen Branchensprech verinnerlicht hat, sich aber dabei wenigstens kurz und bündig gibt, auch online bestellbar.
Bei uns daheim. Ein Wegweiser durch das Hohenloher Freilandmuseum mit seinen Gebäuden und ihrem historischen Umfeld Schwäbisch Hall 2008, brosch., 248 Seiten mit 413 Farbabb. und 113 s/w-Abb., ISBN 978-3-9806793-8-1, erhältlich an der Museumskasse zum Preis von 7,50 Euro.
Das Hohenloher Freilandmuseum in der unmittelbaren Nachbarschaft von Schwäbisch Hall ist das mit weitem Abstand größte Freilichtmuseum in Baden-Württemberg. In mehrere Baugruppen gegliedert, zeigt das Museum, das in diesem Jahr sein 25-jähriges Bestehen feiern konnte, mit über 60 Gebäuden ein breites Spektrum ländlicher Kulturgeschichte über eine Zeitspanne von vier Jahrhunderten. Hier tut Orientierung not. Dem Besucher steht in Wackershofen eine reiche Auswahl an Literatur zur Verfügung, die ihn über die Gebäude und die mit ihnen verbundene Geschichte informiert. Nun ist ein weiterer Führer durch das Museum erschienen, der einen kurzweiligen Überblick über die Gesamtsituation liefert, aber auch vielfach ins interessante Detail eintaucht und dabei den Exkurs nicht scheut. Dass Text und Gestaltung, aber auch die überwiegende Zahl der Abbildungen, trotz der Vielfalt der Themen, ein Werk aus einem Guss bilden, liegt vor allem daran, dass dies alles aus einer Hand stammt: aus der sachkundigen von Albrecht Bedal nämlich, dem langjährigen Leiter des Museums, der den Besucher mit sichtlicher Freude an der Sache durch die von ihm maßgeblich geprägte Anlage begleitet. Eine empfehlenswerte Anschaffung und dazu mehr als preiswert; ein Schnäppchen, dank Würth!
Lothar Dittmer/Detlef Siegfried (Hg.) Spurensucher. Ein Praxishandbuch für historische Projektarbeit Hamburg: Edition Körber-Stiftung 2005, brosch., 378 Seiten, 16,- Euro, ISBN 978-3-89684-332-6
Der Geschichtswettbewerb des Bundespräsidenten ist der größte historische Forschungswettbewerb für Kinder und Jugendliche in Deutschland. Die Autoren des Handbuchs Spurensucher kommen aus dem organisatorischen Umfeld dieses seit mehr als 30 Jahren stattfindenden Unternehmens, das für das forschende Lernen wirbt. Der Band soll in die Grundtechniken des historischen Arbeitens einführen und zwar auf dem klassischen Feld der Heimatgeschichte, auch wenn diese heute mit vielfach neuen, an aktuellen Problemen geschärften Fragestellungen beackert wird. Der Aufbau des Sammelbandes orientiert sich am Phasenverlauf eines lokalhistorischen Forschungsprojektes: von der Themenfindung über die wichtigsten Recherchetechniken, den Fragen der Materialordnung und Interpretation bis hin zu Formen der Präsentation und deren Produktion. Dabei eignet sich der Band nicht allein als Arbeitsbuch für Lehrer und Schüler, sondern erweist sich anregend und nützlich für jede Art lokalhistorischer Forschung durch interessierte Laien. Angesichts des günstigen Anschaffungspreises verschmerzt man die etwas trocken geratene Darreichungsform, der die eine oder andere zusätzliche Abbildung sicher nicht geschadet hätte.
Landesamt für Denkmalpflege im Regierungspräsidium Stuttgart in Verbindung mit den Fachreferaten in den Regierungspräsidien, dem Archäologischen Landesmuseum, der Gesellschaft für Archäologie in Württemberg und Hohenzollern und dem Förderkreis Archäologie in Baden (Hg.) Archäologische Ausgrabungen in Baden-Württemberg 2007, Stuttgart: Theiss Verlag 2008, brosch., 272 Seiten mit 243 meist farb. Abb., 21,90 Euro, ISBN 978-3-8062-2176-3
Zum 27. Mal präsentieren die "Ausgrabungen" aktuelle Ergebnisse der archäologischen Forschung in Baden-Württemberg von der Altsteinzeit bis zur Neuzeit. In 64 gut bebilderten Beiträgen berichten Archäologen über die neuesten Grabungen und Funde im Land. Dass neben der Befunderhebung und –sicherung immer wieder auch spektakuläre Einzelfunde gelingen, zeigt das auf dem Umschlag des aktuellen Jahrbuchs abgebildete Reliquienkästchen aus dem 7. Jahrhundert, ergraben in einem alamannisch-fränkischen Gräberfeld am Rande von Hessigheim im Kreis Ludwigsburg. Wie in so vielen Fällen ergab auch hier eine Baulanderschließung den unmittelbaren Anlass zu einer umfangreichen Rettungsgrabung. Das aufwendig mit beschnitzten Beinplättchen verzierte, möglicherweise aus Italien stammende Kästchen wurde bereits 2006 geborgen und ist das prominenteste Stück unter inzwischen 5000 Objekten, die in annähernd 300 Hessigheimer Gräbern gefunden worden sind. Hervorzuheben sind weiterhin auch die Grabungsergebnisse des von der Deutschen Forschungsgemeinschaft unterstützten Schwerpunktprogramms zu keltischen Fürstensitzen im Umfeld der Heuneburg und auf dem Ipf.
Katharina Ernst (Hg.) Erfahrungen mit der Übernahme digitaler Daten. Bewertung, Übernahme, Aufbereitung, Speicherung, Datenmanagement Stuttgart/Leipzig: Hohenheim Verlag 2007 (Veröffentlichungen des Archivs der Stadt Stuttgart, Bd. 99) 87 Seiten, Ill., 19,80 Euro, ISBN 978-3-89850-980-0
Landesstelle für die nichtstaatlichen Museen in Bayern (Hg.) Archäologische Funde im Museum. Erfassen, Restaurieren, Präsentieren München/Berlin: Deutscher Kunstverlag 2007 (Museumsbausteine, Bd. 12), 128 Seiten mit 50 Abb., brosch., 14,90 Euro, ISBN 978-3-422-06747-9
Ursula Huggle und Norbert Ohler Sachwörterbuch Landwirtschaft. Südwestdeutschland in Geschichte und Gegenwart Bd.1: Grunddaten - Bevölkerung, Landesausbau und Siedlungswesen - Der landwirtschaftliche Betrieb - Abgaben und Dienste. Freiburg i. Br.: Herder Verlag, 2006, 608 Seiten mit 18 Farbabb. und zahlr. s/w-Abb., geb., 48,- Euro, ISBN 978-3-451-23029-5Bis weit in das 19. Jahrhundert hinein war die Landwirtschaft die prägende Wirtschaftsform. Die Kulturlandschaft, die sich auf diese Weise im Laufe der Jahrhunderte ausgebildet hat, bestimmt noch immer unser Naturbild. Nicht zuletzt zeugt hiervon auch die Dominanz der Landwirtschaft in zahlreichen Heimatmuseen des deutschen Südwestens. Das vorliegende Sachwörterbuch dürfte all denen willkommen sein, die sich in diesem Zusammenhang mit einschlägigem Hintergrundwissen versorgen möchten, das über die lokale Begrenztheit der Alltagskultur hinausweist. 374 Stichwörter liefern in vier Kapiteln historische und aktuelle Informationen von der Dreifeldwirtschaft bis zum Industriedorf, vom Etterzehnt bis zur Motorisierung der Landwirtschaft. Das kompakte Nachschlagewerk breitet ein durch rd. 300 Tabellen illustriertes Begriffspanorama der ländlichen Lebenswelt aus, dessen Informationsvielfalt von den Autoren in langjähriger Sammelarbeit zusammengetragen worden ist. Ein zweiter Band zu den einzelnen Anbau- und Erwerbszweigen der Landwirtschaft in Südwestdeutschland soll folgen.
Wolfger Pöhlmann Handbuch zur Ausstellungspraxis von A bis Z Berlin: Gebr. Mann Verlag, 2007 (Berliner Schriften zur Museumsforschung, Bd. 5), 338 Seiten mit zahlr. s/w-Abb., geb., 59,- Euro, ISBN 978-3-7861-1692-9
Das Handbuch von Wolfger Pöhlmann ist erstmals 1988 erschienen. Zunächst als Handreichung einer internen Fortbildung für Mitarbeiter des Goethe-Instituts gedacht, ist der Leitfaden für den Aufbau von Wanderausstellungen zu einem Überblick über praktische Probleme bei der Realisation von Kunstausstellungen angewachsen. Fast 20 Jahre nach der Erstausgabe hat der Autor dem Band eine weitgehende Neubearbeitung angedeihen lassen, die nicht zuletzt Rücksicht auf den medientechnischen Fortschritt nimmt. Gleichwohl ist die Perspektive dieses Handbuchs unverändert geblieben: sie zielt auf die „eigenhändigen“ Ausstellungsmacher, die allein oder in einem kleinen Team alles selbst besorgen (müssen) und nicht auf die arbeitsteilige Produktion von Großausstellungen, wie sie bei größeren Veranstaltern üblich geworden ist. Als ABC des Ausstellungshandwerks ist dieser Leitfaden für den Praktiker geschrieben, der sich schnell orientieren möchte. Das ist die Stärke des Buches, markiert zugleich aber seine Grenzen: auf weiterführende Literatur oder andere Serviceangaben wie zum Beispiel Adressen wird konsequent verzichtet. Anders gesagt, der Band rechnet mit einem eigenständig orientierungsfähigen Benutzer und bietet deshalb für Anfänger auf dem Gebiet nicht ohne weiteres das Richtige.
Beatrix Commandeur, Claudia Gottfried, Martin Schmidt Industrie- und Technikmuseen. Historisches Lernen mit Zeugnissen der Industrialisierung Schwalbach: Wochenschau Verlag, 2007, 206 Seiten, 32 s/w-Abb., brosch., 14,30 Euro, ISBN 3899743334
Der museale Blick auf die Zeugnisse der Industrialisierung ist älter als man auf Anhieb glauben möchte; er geht zurück auf die Präsentationspraxis der Weltausstellungen des 19. Jahrhunderts. Allerdings: dieser Blick ist einem steten Wandel unterworfen, wobei das ursprüngliche Ziel, beim Besucher Technikbegeisterung zu wecken, neuerdings in Science Centern zu neuen Ehren kommt. In Industrie- und Technikmuseen ist dagegen seit Ende der 1970er Jahre das Thema Industriekultur in den Fokus gerückt, zunächst als Spezifikation der sog. Alltagsgeschichte. Das Ruhrgebiet hat hier eine Vorreiterrolle gespielt, gezwungen durch den Niedergang der Schwerindustrie. Der vorliegende Band, verfasst von Mitarbeitern des Rheinischen Industriemuseums, führt in den museumspädagogischen Umgang mit den Realien des Industriezeitalters ein: Was sind Industrie- und Technikmuseen? Was hebt sie von anderen Museen ab? Welche spezifischen Bildungsangebote machen sie? Wie sieht die konkrete Arbeit der Museumspädagogik in Industrie- und Technikmuseen aus? Welche Chancen und Möglichkeiten sind damit verbunden? Viele praktische Tipps und ein umfangreiches Adressenverzeichnis von Industrie- und Technikmuseen in Deutschland ergänzen den Band.
Hartmut Berghoff Zwischen Kleinstadt und Weltmarkt. Hohner und die Harmonika 1857 - 1961. Unternehmensgeschichte als Gesellschaftsgeschichte 2. Aufl., Paderborn: Schöningh Verlag, 2006, 670 Seiten, 48 s/w-Abb., brosch., 34,90 Euro, ISBN 3-506-72984-5
Die Mundharmonika ist das in der Welt am weitesten verbreitete Musikinstrument, und genauso weit verbreitet ist der Herstellername Hohner. Das Familienunternehmen aus dem Schwarzwaldstädtchen Trossingen ist Gegenstand einer gewichtigen sozialgeschichtlichen Monographie, die jetzt in einer preiswerten Sonderauflage neu publiziert worden ist. Die Tübinger Habilitationsschrift von Hartmut Berghoff aus dem Jahre 1997, ausgezeichnet mit dem renommierten ABB-Wissenschaftspreis, ist gründlich recherchiert und anschaulich geschrieben. Vom Aufstieg aus kleinsten Anfängen bis zum schmerzhaften Niedergang eines schwäbischen Weltunternehmens spannt sich der Bogen über ein Jahrhundert faszinierender Industrie- und Alltagsgeschichte. Unternehmensgeschichte will hier als Gesellschaftsgeschichte begriffen werden - der Autor formuliert diesen Anspruch im Untertitel, und er löst ihn mit seiner fundierten Studie auf eindrucksvolle Weise ein.
Patrick S. Föhl, Stefanie Erdrich, Hartmut John, Karin Maaß (Hg.) Das barrierefreie Museum. Theorie und Praxis einer besseren Zugänglichkeit. Ein Handbuch Bielefeld: Transcript Verlag, 2007, 518 Seiten, brosch., 46,80 Euro, ISBN 978-3-89942-576-5
Martin Burkhardt Arbeiten im Archiv. Praktischer Leitfaden für Historiker und andere Nutzer Paderborn: Schöningh, 2006. 136 Seiten, 12 Abb., 12,90 Euro, ISBN 3-8252-2803-7
Roger Fayet (Hg.) Im Land der Dinge. Museologische Erkundungen Baden: hier + jetzt. Verlag für Kultur und Geschichte, 2005 (Interdisziplinäre Schriftenreihe des Museums zu Allerheiligen Schaffhausen, Band 1) 264 Seiten, geb., 50 farbige und 56 s/w-Abbildungen, 32,80 Euro, ISBN 978-3-03919-005-8
Koordinierungsstelle für Kulturgutverluste und der Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien (Hg.) Im Labyrinth des Rechts? Wege zum Kulturgüterschutz bearb. von Susanne Schoen und Andrea Baresel-Brand, Magdeburg 2007 (Veröffentlichungen der Koordinierungsstelle für Kulturgutverluste, 5), brosch., 402 Seiten, 15 Abb., 24,90 Euro, ISBN 978-3-9811367-2-2
Der vorliegende Band fasst die Vorträge einer Tagung zusammen, die im Oktober 2006 in Bonn stattgefunden hat. Die Beiträge behandeln die vielfältig verschlungenen Rechtsfragen rund um die Praxis des Kulturgüterschutzes: durch welche Regelungen deutsches Kulturgut geschützt wird, wie erfolgreich Rückgabeverhandlungen in der Praxis geführt werden und wo die Grenzen der Durchsetzbarkeit von Ansprüchen liegen. Ein Schwerpunkt liegt bei der sog. Beutekunst, also den von der Roten Armee konfiszierten deutschen Kulturgütern. Daneben geht es aber auch um den weltweit expandierenden illegalen Handel mit Kulturgütern und die Möglichkeiten und Grenzen polizeilicher Maßnahmen. Darüber hinaus werden auch die juristischen Probleme im Zusammenhang mit der Überlassung von Kulturgütern an öffentliche Einrichtungen thematisiert, wie sie unter anderem durch Leihverträge über Kulturgut aus dem Ausland entstehen. Der internationale Ausstellungsleihverkehr bietet hier zum Teil unerwartete Tücken, etwa durch Vergabevorschriften im Transportbereich.
Michael Wettengel (Hg.) Digitale Bilder und Filme im Archiv. Marketing und Vermarktung Vorträge des 66. Südwestdeutschen Archivtags am 24. Juni 2006 in Karlsruhe-Durlach. Stuttgart: Kohlhammer Verlag, 2007.114 Seiten, 29 farbige und 4 s/w-Abb., brosch., 12,50 Euro, ISBN 978-3-17-019916-3
Heike Kirchhoff, Martin Schmidt (Hg.) Das magische Dreieck. Die Museumsausstellung als Zusammenspiel von Kuratoren, Museumspädagogen und Gestaltern Bielefeld: Transcript, 2007, 172 Seiten, brosch., 18,80 Euro, ISBN 978-3-89942-609-0
Bayerisches Nationalmuseum (Hg.) Das Bayerische Nationalmuseum 1855 – 2005 München: Hirmer Verlag 2007, 880 Seiten mit 233 s/w-Abb. und 43 Farbtafeln, geb. 98,- Euro, ISBN 978-3-7774-2885-7
Landesstelle für die nichtstaatlichen Museen in Bayern (Hg.) Freilichtmuseen. Geschichte, Konzepte, Positionen München/Berlin: Deutscher Kunstverlag, 2006 (MuseumsBausteine, Band 11) 232 Seiten, 81 farbige und 18 s/w-Abb., brosch., 20,50 Euro, ISBN 978-3-422-06645-8
Markus Bertet und Thomas Meyenhofer Alamannen - Spurensuche in der Vergangenheit. Eine fachübergreifende Unterrichtseinheit über die Alamannen Steps by ZKM (DIN A 4-Ordner und DVD) Verlag der Zürcher kantonalen Mittelstufenkonferenz 2006, 120 Seiten mit zahlr. Abb. Zum Vorzugspreis von 58,- EUR im Alamannenmuseum Ellwangen, Tel. 07961/969747
Karin von Welck und Margarete Schweizer (Hg.) Kinder zum Olymp! Wege zur Kultur für Kinder und Jugendliche Köln: Wienand Verlag, 2004. 352 Seiten mit 130 farbigen Abb., brosch., 5,- Euro, ISBN 3-87909-829-8
Petra Schneidewind Betriebswirtschaft für das Kulturmanagement. Ein Handbuch Bielefeld: Transcript Verlag, 2006, 204 Seiten, brosch., 24,80 Euro, ISBN 3-89942-546-4
Elisabeth Huwer Das Deutsche Apotheken- Museum. Schätze aus zwei Jahrtausenden Kultur- und Pharmaziegeschichte Regensburg: Schnell & Steiner, 2006, 308 Seiten mit zahlreichen Farbabb., geb. 29,90 Euro, brosch. (nur im Museumsshop) 19,90 Euro, ISBN 3-7954-1913-1
Dieter Harant/Ulrike Köllner Vereinspraxis. Ein Ratgeber zum Vereinsrecht, zum Arbeitsrecht und zu kaufmännischen Fragen 4. aktualisierte und erweitere Aufl., Neu-Ulm: AG SPAK Bücher, 2006, 214 Seiten, geb., 18,00 Euro, ISBN 3-923126-94-8
Aurelia Bertron, Ulrich Schwarz & Claudia Frey Ausstellungen entwerfen. Kompendium für Architekten, Gestalter und Museologen Basel: Birkhäuser, 2006. 264 Seiten mit 150 großenteils farb. Abb. und 40 Zeichungen, geb., Text in dt. & engl. Sprache, 29,90 Euro, ISBN 3-7643-7207-9
Brigitte Kaiser Inszenierung und Erlebnis in kulturhistorischen Ausstellungen. Museale Kommunikation in kunstpädagogischer Perspektive. Bielefeld: Transcript Verlag, 2006, 448 Seiten, brosch., 32,80 Euro, ISBN 3-89942-452-2
Hartmut John, Jutta Thinesse-Demel (Hg.) Lernort Museum - neu verortet! Ressourcen für soziale Integration und individuelle Entwicklung. Ein europäisches Praxishandbuch. Bielefeld: Transcript Verlag 2004, 202 Seiten, kart., 23,80 Euro, ISBN 3-89942-155-8
Henrike Hampe (Hg.) Migration und Museum. Neue Ansätze in der Museumspraxis. Münster: Lit Verlag, 2005 (Europäische Ethnologie, Bd. 5), 160 Seiten, brosch., 14.90 Euro, ISBN 3-8258-8698-0
Migration und Museum“ vereinigt dreizehn Beiträge einer Tagung der Arbeitsgruppe Sachkulturforschung und Museum in der Deutschen Gesellschaft für Volkskunde, die im Oktober 2004 im Donauschwäbischen Zentralmuseum in Ulm stattgefunden hat. Die Aufsätze befassen sich aus unterschiedlicher Perspektive mit Fragen und Problemen der Musealisierung von Migration, einem Thema, das in den letzten Jahren zunehmend an Bedeutung gewonnen hat. Die Ulmer Tagung verstand sich als Beitrag zu der Diskussion um die Gründung eines zentralen Migrationsmuseums, einer Debatte, die jüngst durch den Vorschlag des Berliner Kulturstaatsministers Bernd Neumann, die vom Bonner Haus der Geschichte erarbeitete Ausstellung „Flucht, Vertreibung, Integration“ zum „Herzstück für künftiges Gedenken an Vertreibung“ zu machen, neue Nahrung erhalten hat. Der Tagungsband bietet einen guten Überblick über den Stand der Dinge in Sachen „Migration und Museum“, wenn auch neue Ansätze, wie sie der Untertitel der Publikation verspricht, nicht unbedingt zu erkennen sind.
Nikola Schmutzer Das privatisierte Museum - Vision oder Notwendigkeit? Formale Privatisierung kommunaler Museen - ein Weg zu ökonomischerem Handeln und erweiterten Entscheidungsfreiräumen? Weimar: VDG Verlag, 2005, 163 Seiten, 4 Abb. s/w, brosch., 21 Euro. ISBN 3-89739-502-9
Claude Lapaire Kleines Handbuch der Museumskunde. Bern und Stuttgart: Verlag Paul Haupt, 1983. 160 Seiten, s/w Abb. ISBN 3-258-03190-8