
1962 erhielten die Dornier Werke in Friedrichshafen vom Verteidigungsministerium in Bonn den Auftrag, einen senkrecht startenden Truppentransporter mit Strahltriebwerken zu entwickeln. Die Firma des Flugzeugpioniers Claude Dornier (1884-1969), die vor dem Zweiten Weltkrieg mit ihren legendären Flugbooten weltberühmt geworden war, brauchte nur fünf Jahre Zeit, um den ersten Prototyp in die Luft zu bringen: am 10. Februar 1967 startete die Do 31 E-1 (D-9530) zu ihrem Erstflug. Wie bei Dornier üblich, war das anspruchsvolle Entwicklungs- und Erprobungsprogramm von einer kleinen Versuchsmannschaft absolviert worden.
Do 31-E 3
Neben der E-1 entstand mit der E-3 (D-9531) ein zweiter Prototyp mit acht Hubtriebwerken, mit dem Ende 1967 der erste Übergang vom Senkrecht- zum Horizontalflug gelang. Das Flugzeug war 1969 der Star beim Pariser Salon International de l’Aéronautique et de l’Espace, der Luftfahrtmesse auf dem Flughafen Le Bourget und nahm fünf neue Weltrekorde für senkrecht startende Luftfahrzeuge mit nach Hause. Kurz darauf wurde das Projekt vom Verteidigungsministerium wegen veränderter Beschaffungspläne gestoppt. Die Do 31 ist bis heute das einzige senkrecht startende und landende Strahlflugzeug der Welt geblieben.
Das Rekordflugzeug kam schon Mitte der 1970er Jahre ins Deutsche Museum und ist heute in der Flugwerft Schleißheim bei München ausgestellt. Die E-1 wurde 1970 nach 101 Testflügen und insgesamt 59 Flugstunden stillgelegt. Nach einer grundlegenden Restaurierung ist das Flugzeug im April 2009 von Oberpfaffenhofen in das neue Dornier Museum für Luft- und Raumfahrt nach Friedrichshafen transportiert worden, das seit Juli seine Pforten für das Besucherpublikum geöffnet hat.
