
Nach dem Vorbild des Ostereiermärit in Bern wurden in der Schweiz und in Süddeutschland seit Ende der 1970er Jahre eine ganze Anzahl von Ostermärkten gegründet, auf denen kunstvoll verzierte Eier zum Kauf und zum Tausch unter Sammlern angeboten werden. Einer dieser Märkte etablierte sich in Sonnenbühl am Rande der Schwäbischen Alb und sein Erfolg führte 1993 zur Gründung des Ostereimuseums am gleichen Ort. Die Veranstalter des Berner Marktes haben über einen Zeitraum von 25 Jahren eine außerordentliche Sammlung künstlerisch gestalteter Eier und Objekte zusammengetragen, die 2004 von der Gemeinde Sonnenbühl angekauft worden ist und die eigene Sammlung um rund 1800 Objekte ergänzt.
In der aktuellen Saison zeigt das Ostereimuseum in Sonnenbühl eine Auswahl der Berner Sammlung in einer Sonderausstellung unter dem Titel Top in Schale - Abstrakte und vielseitige Ei-Objekte, darunter auch das hier vorgestellte Reißverschluss-Ei von Konrad Hostettler, der über lange Jahre am Berner Ostereiermärit aktiv beteiligt war. Der jung verstorbene Schweizer Künstler hat mit seinen originellen Kreationen die Grenzen des traditionellen Osterbrauchtums ausgelotet, zugleich aber auch kleine Meisterwerke in überlieferten Verziertechniken geschaffen, wie der Blick auf eine posthum eingerichtete Website zu zeigen vermag.