
Der 911 ist der bekannteste Sportwagen von Porsche und gilt weltweit als Inbegriff der Marke. 1963 auf der Internationalen Automobilausstellung in Frankfurt am Main als Nachfolger des Porsche 356 erstmals der Öffentlichkeit präsentiert, ging das Urmodell des Neunelfer 1964 in Serienproduktion. In dieser Version wurde das Fahrzeug drei Jahre lang produziert. Über die Karosserieform des 911 hatte man sich bei Porsche schon in den 1950er Jahren Gedanken gemacht, als der von Ferry Porsche (1909-1998) entwickelte 356 noch das Zugpferd der Firma war. An dessen wegweisender Form mit runden Frontscheinwerfern auf konvex gewölbten Kotflügeln, abfallendem Heck und gerundetem Heckfenster war auch das neue Modell orientiert, das Ferrys Sohn Ferdinand Alexander (geb. 1935) entworfen hat und das bis heute das Gesicht der Marke prägt. „Ein Porsche muss eben wie ein Porsche aussehen“, erklärte der damalige Rennleiter von Porsche, Fritz Huschke von Hanstein, zur Markteinführung des 911.
Die Sportwagenfirma in Zuffenhausen ist nach dem Zweiten Weltkrieg aus dem Ingenieurbüro von Ferdinand Porsche (1875-1951) hervorgegangen, das 1931 als Dr. Ing. h.c. F. Porsche GmbH in Stuttgart gegründet worden ist. Bereits in den 1920er Jahren hatte sich Ferdinand Porsche, damals noch Leiter des Konstruktionsbüros und
Vorstandsmitglied der Daimler-Motoren-Gesellschaft in Untertürkheim, nach Plänen von Paul Bonatz eine Villa am Feuerbacher Weg in Stuttgart errichten lassen. Unser Objekt des Monats ist vor der Garage der Porsche Villa aufgenommen worden, in der 1935/36 die Prototypen des KdF-Wagens, des späteren VW Käfer, gebaut wurden.
Vor wenigen Tagen wurde das neue Porschemuseum in Zuffenhausen eröffnet. Das von den Wiener Architekten Delugan Meissl entworfene Haus ist vielleicht nicht zufällig das aufwendigste Bauprojekt in der Firmengeschichte des kleinsten unabhängigen Autoherstellers in Deutschland. Es zeigt, dass – neben technischer Perfektion - der Porsche-Mythos entscheidenden Anteil am Erfolg des Unternehmens hat, dem mit dem neuen Museum gewissermaßen eine Kathedrale errichtet worden ist, in der man sicher nicht allein die Besitzer eines 911 mit andächtig glänzenden Augen wird beobachten können.
<Februar 2009>