
Ein klarer Wintertag im hellen Sonnenlicht. Eine Skispur zieht sich durch die tief verschneite Schwarzwaldlandschaft am Feldberg. Der Stübenwasen, ein Bergrücken zwischen Feldberg und Schauinsland ist heute durch Lifte von Todtnauberg aus erschlossen. Doch Skiläufer haben den Feldberg und seine Umgebung schon im Ausgang des 19. Jahrhunderts für den Wintersport entdeckt. Und parallel zur sportlichen Eroberung fand der winterliche Feldberg als Motiv auch Eingang in die Kunst.
Der in Freiburg geborene Maler Karl Hauptmann hat stimmungsvolle Winterbilder vom Feldberg zu seinem Markenzeichen gemacht. Nach dem Ersten Weltkrieg war Hauptmann von Freiburg in eine Berghütte am Herzogenhorn gezogen, um sich ganz seiner Leidenschaft für die heimische Berglandschaft zu widmen. Absatz fanden die Ansichten vom Feldberg an ihrem Entstehungsort: Hotelgäste zählten zu den treuesten Kunden Hauptmanns. Doch auch „Einheimische“ begeisterten sich für Hauptmanns Motive und für seinen naturalistischen Malstil.
Das hier gezeigte Gemälde steht am Beginn der Karriere des Feldbergmalers. Noch in Freiburg entstanden, wo seine Familie lebte, vermutet Ruth Dinckel, die Leben und Werk des Künstlers erforscht hat, das Auftragswerk einer städtischen Bürgerfamilie. Darauf deutet vor allem die Größe des Bildes, denn in der Regel bevorzugte Hauptmann deutlich kleinere Formate.
Das Gemälde hat heute seinen Platz im Schwarzwälder Skimuseum in Hinterzarten, das vor kurzem neue Ausstellungsräume eröffnen konnte. Sein Besitzer ist der Olympiasieger von Squaw Valley, Georg Thoma, der zu den Initiatoren des vor zehn Jahren gegründeten Museums zählt. Der Verleger Herbert Burda aus Offenburg und der Freiburger Gastronom Rainer Mülbert hatten dieses Bild 2007 dem nach wie vor berühmtesten Skisportler aus Hinterzarten zum 70. Geburtstag geschenkt. Das Skimuseum hat den Geburtstag Thomas zum Anlass genommen, seine neuen Ausstellungsräume im Hugenhof feierlich zu eröffnen.

Literatur Ruth Hötzel-Dinckel: Karl Hauptmann 1880-1947. Der Schwarzwaldmaler, hg. von Horst Dieter Meier. Freiburg: Modo Verlag 2007, Kat.Nr. 27 ( ISBN 3-937014-81-0) Foto Bernhard Strauss.
Januar 2008