
Leder, L. 21,2 und 21,6 cm; die Schuhe sind jeweils aus einem Stück geschnitten
Das Schuhpaar stammt aus dem Frauengrab Grab 80 des alamannischen Gräberfelds von Seitingen-Oberflacht (Lkr. Tuttlingen). Luftdicht in einer von Grundwasser gesättigten Verwitterungsschicht des Braunen Jura eingeschlossen, haben sich in den Gräbern von Oberflacht Gegenstände aus organischem Material erhalten, die andernorts längst vergangen sind. Dazu gehören vor allem Objekte aus Holz wie Särge, Möbel, Holzgeschirr und Teile von Waffen, aber auch botanische Reste, Stoffe und Leder. Das 1806 entdeckte Gräberfeld hat bereits im 19. Jahrhundert Forscher, Sammler und Museen angezogen. Im Sommer 1888 legten der Reichsfreiherr Hans-Otto von Ow-Wachendorf und sein Vetter Max von Ow drei Gräber frei und fanden unter anderem einen Baumsarg mit den hier gezeigten Schuhen, außerdem eine byzantinische Bronzeschnalle, eine Bernstein- und Glasperlenkette, einen Kamm aus Bein, einen Becher, eine Schale und einen Eimer aus Holz sowie einen kleinen dreibeinigen Tisch. Nach der dendrochronologischen Datierung des Sarges muss die Tote zwischen 566 und 574 bestattet worden sein.
Foto: Yvonne Mühleis, Landesamt für Denkmalpflege Baden-Württemberg
Januar 2007