Landesstelle für Museumsbetreuung Baden-Württemberg

 

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Stuttgarter Hauptbahnhof

Stuttgarter Hauptbahnhof
Fotos Frank Ronneburg tischbahn.de

Bahnhofsgebäude für Spielzeugeisenbahn Spur 0

Göppingen, Gebr. Märklin & Cie, um 1938
Weißblech, geprägt und lackiert
a. Turmteil L 48 cm, T. 20,5 cm, H Turm 35,5 cm
b. Hallenteil L 35,5 cm, T. 20,5 cm, H 19,5 cm
Bez. "Märklin"
Aulendorf, Spielzeugmuseum, Inv.Nr. 1976-40/58

Der aus zwei Teilen bestehende Märklin-Bahnhof hat mit dem Stuttgarter Hauptbahnhof von Paul Bonatz ein prominentes Vorbild. Seit 1930 produziert – nur zwei Jahre nach der endgültigen Fertigstellung des Bonatzschen Gebäudes -, wurde der Spielzeugbahnhof ursprünglich für die Spurweite 0 angeboten, später aber als Zubehör für die kleinere Spur 00 empfohlen. Die Teile konnten auch einzeln erworben werden, denn nicht jede Anlage bot Platz für das ganze Ensemble, und auch der Preis dürfte dafür gesorgt haben, dass die Turmseite (im Original der Fernbahnhof) häufiger als Einzelstück verkauft wurde.

Der "umbilicus sueviae" (der Nabel Schwabens), wie Paul Bonatz und Friedrich Eugen Scholer 1911 ihren Wettbewerbsentwurf für die Königlich Württembergischen Staatseisenbahnen benannt hatten, bot sich aufgrund seiner Dimensionen nicht unbedingt als Vorbild an für eine Spielzeugeisenbahn. Dennoch haben die Modellbauer von Märklin den neuen Stuttgarter Bahnhof ausgesucht als sie sich erstmals an ein reales Bauwerk anlehnten. Der imposante Bonatzbau musste im Verhältnis zum Maßstab der Bahnen sehr viel kleiner angelegt werden, sonst hätte seine schiere Größe das Gleisrund jeder Spielzeugbahn gesprengt. Aus diesem Grund konnte der Modellbahnhof auch nicht wie sein Vorbild als Kopfbahnhof ausgebildet werden.

Die Märklin-Konstrukteure hätten sich wohl kaum träumen lassen, dass das reale Bauwerk eines Tages ihrer – aus der Not geborenen – Rumpfversion angepasst werden könnte. Genau dies jedoch ist nun geplant, da der Bonatzbau im Rahmen des Bahnprojektes Stuttgart 21 seine Kopfbahnsteige und die flankierenden Seitenflügel verlieren soll: ein schwäbischer Nabelbruch? Je nach Einstellung zu dem in der Bevölkerung heftig umstrittenen Projekt, dürfte so mancher Freund der Märklinrarität über diese seltsame Fügung schmunzeln - oder sich die Haare raufen.


Bahnhofsbebäude mit dem Märklin Schnelltriebwagen ST 800


Literatur Märklin-Katalog D 16 1939, Nrn. 2038/0 und 2039/0


<Januar 2010>
 
 

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