Museumskonferenz


Das Museum als öffentlicher Ort. Information und Orientierung für den Besucher

Besucherorientierung ist zu einem alles umfassenden Schlagwort für das Selbstverständnis von Museen geworden. Unter Besucherorientierung ist freilich ein weites Feld zu verstehen, das von den Effizienz steigernden Aspekten des Kulturmarketings bis hin zu den Serviceleistungen eines Museums reicht. Im engeren Sinne meint Besucherorientierung die Erschließung des Museums auf der informationellen Ebene. Museen sind Besuchereinrichtungen mit einer komplexen Struktur, in der eben nicht nur die Sammlungsgegenstände selbst, sondern viele weitere Faktoren wie  Gebäudearchitektur, Wegeführung, Orientierungshilfen, Servicebereiche und Sicherheitseinrichtungen zusammengeführt werden müssen. Erst in der überzeugenden Kombination von inhaltlichem und gestalterischem Konzept wird das Museum von den Besuchern als ein angenehmer Ort wahr- und angenommen.

Im Rahmen dieser Tagung stehen Maßnahmen der nichtpersonellen Informationsvermittlung im Vordergrund. Diese erleichtern dem Publikum die Orientierung, vermitteln Informationen und erschließen Inhalte, um so das Museum in jeder Hinsicht zugänglich und zu einem nachhaltigen Erlebnis zu machen. In den Redebeiträgen werden die funktionellen Ansprüche an heutige Museen aus unterschiedlicher Perspektive diskutiert. Sind Museen öffentliche Gebäude wie andere Gebäude auch, oder gelten für diese besonderen Bedingungen im Hinblick auf die Aufenthaltsqualität? Die Innenarchitektin Ursula Wangler (München) erläutert diese Frage anhand der Grundlagen visueller Kommunikation. Der Ausstellungsarchitekt HG Merz (Stuttgart/Berlin) und der Grafikdesigner Sascha Lobe (Stuttgart) geben in ihrem gemeinsamen Vortrag Einblick in ihre Arbeitspraxis. Diese ist davon bestimmt, die Ebenen von Information und Orientierung auf einem alle Sinne umfassenden Weg in die Museums- und Ausstellungsgestaltung zu integrieren. Die Psychologin Laura Schmidt (Heidelberg) nimmt die Zielgruppe der älteren Menschen als Museumsbesucher in den Blick, um altersbedingten Veränderungen der kognitiven, psychomotorischen und sensorischen Fähigkeiten besser gerecht zu werden.

Montag, 5. März 2012
Stuttgart, Landesmuseum Württemberg im Alten Schloss, Vortragssaal
Die Teilnahme ist kostenfrei
Anmeldung unter info@landesstelle.de

 

Basiswissen Museumsarbeit
Fortbildungen für Museumspersonal
Jahresprogramm 2012


Workshop Social Media. Marketing und Vermittlung für Museen

Die Begriffe "Social Media" und "Web 2.0" sind derzeit in aller Munde und bedürfen wohl kaum noch einer ausführlichen Erklärung, denn die Einsatzmöglichkeiten von Blogs, Facebook, Twitter & Co. werden inzwischen auf Tagungen, in Fachzeitschriften und natürlich im Internet selbst regelmäßig thematisiert. Äußerst kontrovers wird jedoch diskutiert, wo der Nutzen für Kultur- und Bildungseinrichtungen für Marketing und Vermittlung liegen könnte.

In diesem Workshop soll der Frage nach den Einsatzmöglichkeiten von Social Media äußert pragmatisch nachgegangen werden: Anhand von best practice Beispielen werden die Chancen dargestellt, durch Negativbeispiele aber auch die Probleme des Social Webs aufgezeigt, um darauf aufbauend ein Konzept für die eigene Einrichtung entwickeln zu können. Ziel ist es, den Teilnehmerinnen und Teilnehmern praxisnahes Wissen zu vermitteln, das sie befähigt, eine Präsenz der eigenen Institution im Social Web zu planen und gegebenenfalls zeitnah zu realisieren.

Referent: Simon A. Frank gründete bereits kurz nach seinem Studium der Philosophie, Literatur und Informatik eine Firma für IT-Beratung und Webentwicklung und begleitet seither Unternehmen, NPOs, Kultur- und Bildungseinrichtungen bei der Planung und Umsetzung von IT- und Webprojekten. Neben der Tätigkeit als Dozent und Lehrbeauftragter publiziert er regelmäßig zu Social Media und Kulturmanagement.

Termin : Mittwoch, 28. März 2012, 10-17 Uhr
Anmeldung bis 14. März 2012
Ort: Karlsruhe, ZKM l Zentrum für Kunst und Medientechnologie
Gebühr: 20,- Euro
Teilnehmerzahl: max. 15 Personen


Digitale Objekt- und Architekturfotografie

Die Sammlungsdokumentation gehört zu den Kernaufgaben des Museums, bei der die Objekte beschrieben und fotografiert werden. Der Museumsfotograf Anatol Dreyer und die Architekturfotografin Christina Kratzenberg vermitteln in diesem Seminar wichtige Grundlagen im Umgang mit der digitalen Bildtechnik. In dem Workshop steht das praktische Arbeiten im Vordergrund. Schritt für Schritt wird aufgezeigt, wie man bei den Aufnahmen der Sammlungsgegenstände zu guten Ergebnissen gelangt ohne die Verwendung einer kostspieligen Studioblitzanlage. Themen sind die Anforderungen an die fotografische Grundausstattung, die richtige Aufnahmetechnik für verschiedene Objekttypen, das Fotografieren innerhalb der Sammlung und wie sich die gewonnenen Bilddaten aufbereiten und verwalten lassen. Der Workshop bildet die ideale Ergänzung zum Seminar Inventarisieren mit Primus.

ReferentInnen: Anatol Dreyer hat Produktgestaltung in Schwäbisch Gmünd studiert und war danach als Werbefotograf tätig. Seit 1995 ist er als Fotograf am Stuttgarter Linden-Museum. Christina Kratzenberg ist freischaffende Fotografin mit den Schwerpunkten Architekturfotografie und soziale Dokumentation, außerdem lehrt sie an der Hochschule für Gestaltung in Schwäbisch Gmünd.

Termin: Mittwoch, 18. April 2012, 10–17 Uhr
Anmeldung bis 5. April 2012
Ort: Kehl, Stadtarchiv
Gebühr: 20,- Euro
Teilnehmerzahl: max. 15 Personen
Es kann die eigene Digitalkamera mitgebracht werden.


Inventarisieren mit Primus

Die EDV-gestützte Inventarisierungshilfe der Landesstelle "Primus" hat mit der Version 2 die aktuelle Entwicklungsstufe erklommen. Wir stellen Ihnen die Errungenschaften von Primus 2.0 vor, das schneller, flexibler und komfortabler geworden ist. Theorie und Praxis greifen in diesem Workshop ineinander: Die Grundlagen der musealen Inventarisierung werden Ihnen vermittelt und in kleinen Gruppen arbeiten Sie exemplarisch mit dem neuen Programm.

Referenten: Frank Lang M. A. ist Kulturwissenschaftler am Landesmuseum Württemberg und freiberuflich als Ausstellungs- und Museumsgestalter tätig. Er beschäftigt sich mit Inventarisierungsfragen in Theorie und Praxis. Diplom-Restaurator Christoph Pitzen ist als Mitarbeiter der Landesstelle für Museumsbetreuung unter anderem für die Entwicklung der EDV-gestützten Inventarisierungshilfen zuständig.

Termin 1: Bereits leider ausgebucht
Termin 2: Bereits leider ausgebucht
Ort: Stuttgart, Landesmuseum Württemberg
Gebühr: 50,- Euro
Teilnehmerzahl: je max. 12


Schluss mit müden Monologen. Führungen interessant gestalten

Die Vermittlung ist ein wichtiges Element der Museumsarbeit. Sie ist nicht allein als Dienstleistung für die Besucher zu sehen, sondern beeinflusst die öffentliche Wirkung des Museums. Um eine professionelle Vermittlung von Sammlungen und Ausstellungen zu gewährleisten, ist eine Qualifizierung von Führungskräften und Museumspädagogen unerlässlich. Die methodisch-didaktische  Fortbildung richtet sich sowohl an Neueinsteiger als auch an erfahrene Vermittler, die ihren Führungsstil optimieren wollen und neue Anregungen suchen. In dem Seminar werden die Prinzipien des Führungsaufbaus ebenso angesprochen wie verschiedene Führungsformen. Außerdem erhalten die Teilnehmenden Tipps und Tricks zum Thema Sprechen und Körpersprache. Neben den theoretischen Blöcken bietet die Schulung Zeit für Kleingruppenarbeit und das praktische Üben der Inhalte. Dabei erhalten die Teilnehmenden sofort ein Feedback zu ihrem Vortragsstil, ihrem Auftreten und ihrer Wirkung auf die anderen Teilnehmenden.

Referentin: Doris Hefner M. A. ist seit 1988 als freiberufliche Museumspädagogin für verschiedene Bildungseinrichtungen tätig, entwickelt museumspädagogische Konzepte und Kinderpfade für Museen und berät diese in museumspädagogischen Belangen.

Termin : Montag, 25. Juni 2012, 10-17 Uhr
Anmeldung bis 11. Juni 2012
Ort: Radolfzell, Stadtmuseum in der alten Stadtapotheke
Gebühr: 20,- Euro
Teilnehmerzahl: je max. 20


Aufsicht im Museum – Vom Schutz der Objekte bis zur Besucherbetreuung.
Für MitarbeiterInnen im Besucher-, Vorführ- und Aufsichtsdienst

Das Empfangs- und Aufsichtspersonal in Museen steht vor der alltäglichen Belastungsprobe, gleichzeitig für die Bewachung der Objekte verantwortlich zu sein und als erster Ansprechpartner den Eindruck über das Museum beim Publikum entscheidend mitzubestimmen. An die Bestandsaufnahme zum Arbeitsplatz der Museumsaufsicht schließt sich ein Kommunikationstraining an, das in drei Blöcken das Selbstverständnis der Aufsichten, den Umgang mit dem Besucher sowie Strategien zur Konfliktvermeidung schult.

ReferentInnen: Der Historiker Dr. Christian Rak führt Kommunikationstrainings in Wirtschaftsunternehmen durch und hat im Museumsbereich an mehreren Ausstellungsprojekten mitgearbeitet. Die Kunsthistorikerin Dr. Dina Sonntag ist seit 1998 bei der Landesstelle für Museumsbetreuung und war davor als freie Kunstvermittlerin tätig.

Termin: Montag, 2. Juli 2012
Anmeldung bis 18. Juni 2012
Ort: Esslingen, Stadtmuseum im Gelben Haus
Gebühr: 20,- Euro pro Person
Teilnehmerzahl: je max. 20


Technisches Kulturgut im Museum. Fragen zur Konservierung und Restaurierung

Zu den besonderen Anforderungen im Umgang mit technischem Kulturgut gehört stets die Abwägung zwischen Substanzerhalt und Funktionserhalt. Kornelius Goetz wendet sich an hauptamtliche und ehrenamtliche Kräfte, die mit der Erhaltung, Dokumentation und Präsentation von technischem Kulturgut in Museen befasst sind. Neben der theoretischen Auseinandersetzung mit dem Thema werden Aspekte der praktischen Sammlungstätigkeit anhand konkreter Beispiele vor Ort erörtert, darunter Fragen der Bestandsdokumentation, die Festlegung von Restaurierungszielen sowie die spezifischen Merkmale industriellen Kulturguts. Das Seminar führt in die Grundlagen passiver und aktiver Konservierung ein und weckt das Verständnis für den Grundsatz "Restaurieren ist nicht wieder Neu-Machen".

Referent: Kornelius Götz M.A., Historiker und Restaurator, seit 1996 als
freiberuflicher Planer im Büro für Restaurierungsberatung tätig.

Termin: Freitag, 12. Oktober 2012
Anmeldung bis 28. September 2012
Ort: Neckarsulm, Deutsches Zweiradmuseum und Stadtmuseum
Gebühr: 20,- Euro
Teilnehmerzahl: max. 15