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Museumsanalyse

Joachim Baur (Hg.): Museumsanalyse. Methoden und Konturen eines neuen Forschungsfeldes. Bielefeld: Transcript Verlag 2010, 292 Seiten, brosch., 26,80 Euro, ISBN 978-3-89942-814-8

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Die Gründungswelle neuer Institutionen in den 1980er Jahren hat über die Jahre zahllose Studien über die Eigenart des Museums hervorgebracht. Ein breiter Fächer von Disziplinen hat dabei unter unterschiedlichsten Blickwinkeln vor allem die Vielgestaltigkeit des gemeinsamen Untersuchungsgegenstandes festgestellt. Der Facettenreichtum der Institution Museum ist jedoch zugleich dafür verantwortlich, dass es schwer fällt, die Erträge dieser geballten Forschungsanstrengung zu bilanzieren. Der vorliegende Band nun stellt in Aussicht, dieses unübersichtliche Terrain zu sondieren und einen analytischen “Werkzeugkasten” zu entwickeln, der zur Markierung auch verschlungener Erkenntniswege taugt. Beim Blick in das Inhaltsverzeichnis stellt sich indessen zunächst die Frage, ob ein Sammelreader das geeignete Format sein kann, um ein solches Vorhaben anzugehen. Schließlich ist diese in den Sphären des Interdisziplinären beliebte Publikationsform selbst für notorische Gegenstandsunschärfe berüchtigt. Um Methoden und Konturen eines neuen Forschungsfeldes zu umreißen, würde man sich eher eine klassische Monografie wünschen. Tatsächlich bestätigt die Lektüre dieses Vorurteil über weite Strecken. Zumindest die in der Einführung angekündigte Orientierung an konkreten Fallanalysen sucht man in den Einzelbeiträgen vergeblich. Dort werden ganz überwiegend disziplinäre Perspektiven auf das Museum vorgestellt. Entschädigt wird der Leser allerdings durch überwiegend gut lesbare Aufsätze, die den jeweiligen Forschungsstand referieren. Ein Situationsbericht also, der, für sich genommen, durchaus empfehlenswert erscheint, sofern man sich nicht davon stören lässt, dass er die selbst gestellten Ansprüche nicht immer einlösen kann.