Zurück

Inventarisation als Grundlage der Museumsarbeit

Landesstelle für die nichtstaatlichen Museen in Bayern (Hg.): Inventarisation als Grundlage der Museumsarbeit. Berlin/München: Deutscher Kunstverlag 2013 (MuseumsBausteine, Band 13), brosch., 80 Seiten mit 50 farbigen Abbildungen, 12,90 Euro, ISBN 978-3-422-06908-4

Image

Die Inventarisation ist eine grundlegende Aufgabe der Museumsarbeit. Jedenfalls sollte sie das sein. Doch in der Realität wird diese Grundlagenarbeit mehr und mehr in den Hintergrund gedrängt, da sie keinen unmittelbaren Nutzen verspricht und deshalb, wie viele auf Nachhaltigkeit ausgerichtete Tätigkeiten, zugunsten öffentlichkeitswirksamer Handlungsbereiche vernachlässigt wird. Gleichwohl ist die Unterstützung der Museen bei der wissenschaftlichen Erfassung und Bearbeitung von Sammlungsbeständen eine klassische Aufgabe der öffentlichen Museumsberatungseinrichtungen, und es ist daher zu begrüßen, dass die bayerische Landesstelle für die nichtstaatlichen Museen eine Neuausgabe ihrer erstmals Ende der 1980er Jahre erschienenen Handreichung zur Inventarisierungspraxis vorlegt. Die EDV-gestützte Inventarisierung hat sich inzwischen endgültig gegenüber der klassischen Karteikartenerfassung durchgesetzt, doch die seit den 1980er Jahren propagierte Normierung der Daten hat in der Praxis noch wenig Fortschritte gemacht, und die angebotenen Thessauri und Regelvokabulare sind lückenhaft und verfolgen unterschiedliche Ansätze. Hier muss jedes Museum selbst entscheiden, in wie weit eine Standardisierung der Beschreibungsparameter dem eigenen Bedarf und den eigenen Möglichkeiten angemessen ist. Mit der digitalen Wende in der Museumsdokumentation verbinden sich neue Probleme, die ihren Niederschlag in zwei Beiträgen zur digitalen Bilddokumentation und zur Langzeitarchivierung von Digitalisaten finden. Der Band versteht sich als Arbeitshilfe zu den wichtigsten Fragestellungen der Inventarisation im Museum. Publikationen dieser Art leiden in der Regel darunter, dass sie sich an Leser mit allzu unterschiedlichem Vorwissen richten: was dem einen zu knapp und wenig ist, geht dem andern zu sehr ins Detail. Zumindest aber kann die Handreichung als willkommene Aufforderung verstanden werden, diesem wichtigen Thema endlich wieder mehr Aufmerksamkeit zukommen zu lassen.