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Museum experimentell

Martin Schmidt / Marlise Wunderli: Museum experimentell. Experimentelle Archäologie und museale Vermittlung. Schwalbach: Wochenschau Verlag 2008, 208 Seiten, 42 s/w-Abb., brosch., 14,80 Euro, ISBN 978-3-89974400-2

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Die Experimentelle Archäologie ist im Fernsehen angekommen: Für eine Steinzeit-Soap hat die ARD eine Gruppe Freiwilliger in einer Pfahlbausiedlung einquartiert und unter prähistorischen Bedingungen das Überleben üben lassen. Sieht so „living history“ aus? Seit etwa 20 Jahren ist das Thema Experimentelle Archäologie auch im Museum ein Thema, und von den beiden Autoren des vorliegenden Bandes darf man wohl sagen, sie seien von Anfang an mit dabei gewesen. So ist das Buch nicht nur ein Erfahrungsbericht über die Umsetzung von experimenteller Archäologie im Museum, der eine ganze Reihe einleuchtender Projektideen und Anleitungen für die praktische Vermittlungsarbeit für Museumspädagoginnen und Lehrkräfte vorschlägt, sondern vor allem ein Plädoyer dafür, die Grenzziehung zwischen pädagogischer Methodik und der experimentellen Überprüfung historischer Frage- und Problemstellungen nicht allzu leichtfertig zu verwischen. Es ist indes nicht zu verkennen, dass die Archäologen auf diesem Feld auch Gefahr laufen, Opfer der eigenen Popularisierungsstrategien zu werden und man nun die Geister, die man rief, nicht mehr ohne weiteres abschütteln kann.