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Ihro fürstliche Gnaden …

Matthias Steuer: Ihro fürstliche Gnaden ... Die Fürstpröpste von Ellwangen und ihre Kultur, hrsg. vom Geschichts- und Altertumsverein Ellwangen e.V., Ellwangen 2011, geb., 355 Seiten mit 230 Abbildungen, 29,90 Euro, ISBN 978-3-00-024630-2

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Das weltliche Chorherrenstift Ellwangen ist aus einer im 8. Jahrhundert gegründeten Benediktinerabtei hervorgegangen. Die 1460 gegründete Fürstpropstei wurde seit dem 17. Jahrhundert zum begehrten Objekt reichspolitischer Interessen. Während die Fürstpröpste zunächst aus Familien der schwäbischen reichsunmittelbaren Ritterschaft stammten, kamen sie zu Ende des 17. und im 18. Jahrhundert aus dem Hochadel. Namen wie Pfalz-Neuburg, Schönborn und Wettin zeugen von der Glanzzeit des fürstlichen Stifts. Durch Anhäufung von Ämtern hatten die Fürstpröpste großen Einfluss im “Alten Reich” und bekleideten hohe kirchliche und weltliche Positionen in Trier, Mainz, Worms oder Regensburg. Kurze Porträts der zwanzig Fürstpröbste, die in Ellwangen bis 1802 regiert haben, bilden das Gerüst des Bandes. Dazwischen sind jeweils in sich abgeschlossene Kapitel mit kulturgeschichtlicher Thematik gestreut, die einen anekdotenreichen Gang durch die Jahrhunderte absolvieren, und den Leser zu kurzweiliger Lektüre animieren. Der Autor, Leiter des Ellwanger Schlossmuseums, kann auf langjährige Erfahrung aus Besucherführungen zurückgreifen und weiß deshalb, seinen Stoff auch für historisch weniger beschlagene Leser interessant aufzubereiten. Das flüssig geschriebene und gut bebilderte Buch versteht sich ausdrücklich als regional- und lokalgeschichtliche Publikation für diejenigen, die den historischen Hintergrund für die tägliche Begegnung mit den Spuren der fürstpröpstlichen Zeit am historischen Schauplatz Ellwangen genauer kennen lernen möchten, ohne sich in die historische Fachliteratur einlesen zu müssen. Dabei hilft ein umfangreiches Glossar am Ende des Bandes. Gleichwohl ist die weiterführende Literatur im Fußnotenverzeichnis präsent.