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Digitale Bilder und Filme im Archiv

Michael Wettengel (Hg.): Digitale Bilder und Filme im Archiv. Marketing und Vermarktung. Vorträge des 66. Südwestdeutschen Archivtags am 24. Juni 2006 in Karlsruhe-Durlach. Stuttgart: Kohlhammer Verlag, 2007.114 Seiten, 29 farbige und 4 s/w-Abb., brosch., 12,50 Euro, ISBN 978-3-17-019916-3

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Die Beschäftigung mit Bild- und Filmbeständen ist in Archiven lange vernachlässigt worden. Das hat sich geändert, auch wenn der Umgang mit bildlichen Quellen nach wie vor besondere Probleme birgt. Man hat erkannt, dass Bilder und Filme für die historische Bildungsarbeit oder für Ausstellungen und Publikationen unverzichtbar sind und deshalb seit den 1990er Jahren durch Digitalisierungsprojekte den Zugang zu Bildbeständen benutzerfreundlicher gemacht. Dass die bessere Verfügbarkeit die Nachfrage gesteigert und die Attraktivität der Bestände erhöht, war zu erwarten. Aber die Archive haben auch die Erfahrung gemacht, dass Nutzungshonorare wichtige Einnahmequellen sein können. Und da Getty, Corbis und Co. vormachen, wie mit Bildarchiven im großen Stil Kasse zu machen ist, versuchen sich zunehmend auch Archive mit der Vermarktung ihrer Bestände. Der Südwestdeutsche Archivtag hat sich 2006 mit den daraus erwachsenden Problemen befasst. Zum einen sind Marketingerfolge dünn gesät, die Konkurrenz privater Anbieter ist mächtig und der Marktzugang schwierig. Zum andern gibt es ein grundsätzliches Problem: Die Wirtschaftstätigkeit der öffentlichen Hand unterliegt aus gutem Grund Restriktionen. Die öffentlichen Archive genießen dafür steuerliche Privilegien, die bei einer allzu offensiven Gewinnstrategie den vermeintlichen Vertriebserfolg auch zur Falle werden lassen können.