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Torawimpel

1. Hälfte 19. Jh.| Baumwolle, bemalt | L 135,8 cm; B 18,5 cm | Ehemalige Synagoge Freudental

Die Ausstellung auf der Empore der ehemaligen Synagoge in Freudental im Landkreis Ludwigsburg beleuchtet Aspekte des kulturellen Lebens sowie die Zwischenstellung und Mittlerrolle der Landjuden im Freudental des 18. und 19. Jahrhunderts. Basis der Ausstellung bilden ausgewählte Fragmente der Genisa-Überreste, die unter dem Dach der ehemaligen Synagoge gefunden wurden.
Zu den Funden zählt auch ein Torawimpel aus dem 19. Jahrhundert. Solche Wimpel zum Umwickeln von Torarollen wurden aus Beschneidungswindeln gefertigt. Die bestickten, oder später (seit dem frühen 19. Jahrhundert) bemalten, oft phantasievoll ornamentierten Textilien mit Tierkreis-, Hochzeits- und Tora-Darstellungen sind nicht nur Zeugnisse einer originären jüdischen Volkskunst. Sie enthalten darüber hinaus genealogische Hinweise, da auf ihnen jeweils das Geburtsdatum und der Name des beschnittenen Knaben sowie der Name seines Vaters vermerkt sind.
Dieser Torawimpel zeigt, dass der Knabe “zur Tora, zur Hochzeit und zu guten Werken” heranwachsen möge. Klezmorim, die bei Festen traditionelle Lieder spielen, flankieren den Hochzeitsbaldachin. Ein Musiker bläst außerdem das Schofar, das Horn, das an hohen Feiertagen rituell eingesetzt wird. Nicht eindeutig identifiziert sind die Schriftzüge.

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