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Museumsshop-Management

Peter Leimgruber / Hartmut John: Museumsshop-Management. Einnahmen, Marketing und kulturelle Vermittlung wirkungsvoll steuern. Ein Praxis-Guide. Bielefeld: Transcript Verlag 2011, 348 Seiten, brosch., inkl. Begleit-CD-ROM, 35,80 Euro, ISBN 978-3-8376-1296-7

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“Kommerzielle Warenangebote haben im Museumskontext immer dienende Funktion; und zwar in dem Sinne, dass sie einen wirkungsvollen Beitrag zur Erfüllung des Kulturauftrags von Museen leisten müssen. Nur dieser Beitrag legitimiert den Shop-Betrieb und rechtfertigt die dafür notwendige Bindung beträchtlicher Ressourcen.” Mit dieser Feststellung beschließt Hartmut John seine Einführung in die Thematik des vorliegenden Bandes. Auch der Gesetzgeber sieht das so. Deshalb ist für die Kernumsätze eines Museumsshops die Befreiung von der Umsatzsteuer möglich. Allerdings beschränkt sich dieses Steuerprivileg ausdrücklich auf den Verkauf von Ausstellungskatalogen, Plakaten, Postkarten, Fotografien, Dias, Reproduktionen, Abgüssen, Nachbildungen und Bildbänden, soweit es sich um Darstellungen von Ausstellungsstücken des betreffenden Museums handelt, das Museum diese Waren selbst herstellt oder herstellen lässt und diese ausschließlich in dem betreffenden Museum vertrieben werden. Alle anderen Umsätze rechnen nicht zum Zweckbetrieb des Museums und unterliegen der üblichen Umsatzsteuerpflicht. Die unterschiedliche steuerliche Behandlung des Warensortiments von Museumsshops bietet Vorteile, aber sie birgt auch Fallstricke, die im Falle einer Steuerprüfung zu erheblichen Komplikationen führen können. Doch Auskunft zu steuerrechtlichen Fragen, sucht man in dem vorliegenden Band vergeblich, obgleich ausführlich zum Sortimentsaufbau referiert wird. Dies mag damit zusammenhängen, dass sich der betriebswirtschaftliche Abriss, den der Managementberater Peter Leimgruber verantwortet, stark an amerikanischen Geschäftsmodellen orientiert. Dementsprechend liegt der Schwerpunkt auf einer Standardisierung der Betriebsabläufe, wie dies bei dem vor allem aus der Systemgastronomie bekannten Franchising der Fall ist. Die Umsatzsteuerung erfolgt über ausgebaute Controllingverfahren. Allerdings stellt sich die Frage, ob der hierfür notwendige Aufwand bei einem in Eigenregie betriebenen Museumsshop überhaupt zu leisten ist. Umsatzstarke Shops großer Museen sind aus diesem Grund häufig an private Unternehmen verpachtet, wobei die Frage, unter welchen Umständen ein solches Outsourcing rentabel ist, wohl kaum ohne professionelle Hilfe zu entscheiden ist. Für mittlere und kleinere Shops bietet der Band sicher die eine oder andere Anregung; für deren Strategieplanung sind die Management-Tools allerdings doch zu allgemein gehalten.