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Barrierefreiheit in Kultur und Freizeit

Yvonne Dietz: Barrierefreiheit in Kultur und Freizeit. Nutzbarkeit von Museen für Seh- und Gehbehinderte im Vergleich. Berlin: BibSpider 2010 (Leipziger Impulse für die Museumspraxis, Band 3), 123 Seiten, brosch. 24,00 Euro, ISBN 978-3-936960-46-4

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Nach dem 2002 verabschiedeten Behindertengleichstellungsgesetz sollen Behinderte öffentliche Einrichtungen und Veranstaltungen ohne fremde Hilfe besuchen können – eine permanente Herausforderung für diejenigen Freizeit- und Kultureinrichtungen, die sich an ein breites Publikum wenden. Die vorliegende Studie, entstanden als Diplomarbeit im Studiengang Museologie an der HTWK Leipzig, untersucht die Barrierefreiheit von Museen und anderen Einrichtungen im Kultur- und Freizeitsektor. Dazu stellt sie die Selbsteinschätzung solcher Einrichtungen am Beispiel von Halle (Saale) und Jena einem praktischen Leistungstest gegenüber, vergleicht also Schein und Sein. Eine Befragung der Verantwortlichen beleuchtet die Selbsteinschätzung der Behindertengerechtheit und die Wahrnehmung von Besuchern mit Behinderung; der Leistungstest wertet die hauseigenen Informationen sowie Testbesuche von Seh- und Gehbehinderten kritisch aus. Gelungenes und Verbesserungswürdiges, Wunschdenken und Kompromisse werden deutlich, aber auch ein typisches Niveau der Museen neben Theater, Kunsthalle oder Zoo. Absolute Barrierefreiheit für jede Art der Behinderung bleibt unerreichbar, dennoch zeigt sich Korrekturbedarf bei den realen Gegebenheiten wie bei den Selbstbewertungen. Die abgedruckten Leistungstest-Instrumente vereinfachen es, die eigene Einrichtung unter die Lupe zu nehmen. Wie so häufig ist auch hier manche Verbesserung schon durch kritische Selbstbeobachtung zu erreichen.