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Anton Sohn: Marchand de Fagots

Zizenhausen, nach 1825 |Terrakotta, bemalt | H 13 cm | Stadtmuseum Stockach

Im Jahr 2003 konnte die Stadt Stockach mit Unterstützung der Landesstiftung Baden-Württemberg mit dem Erbe des Künstlers Anton Sohn und seiner Nachfahren einen wahren Schatz erwerben. Anton Sohn (1769-1840) schuf seit 1799 in Zizenhausen bei Stockach Terrakotten, die mit ihren lebendigen Formen und Gestalten bis heute faszinieren. Der aus dem Oberschwäbischen stammende Künstler fertigte nach unterschiedlichen Vorbildern seine farbenfrohen Kleinplastiken, die nicht nur im süddeutschen Raum, sondern vor allem in der Schweiz und in Frankreich, aber auch in Belgien, England und andernorts ihre Abnehmer fanden.

In dem um 1835 entstandenen “General-Waarenkatalog von J. C. Schabelitz in Basel” – dem Händler der Sohn’schen Erzeugnisse – werden die lieferbaren Figuren aus Zizenhausen aufgeführt, darunter unter dem Rubrum “Auswärtige Trachten, Bildnisse berühmter Männer, Volkssitten und Gebräuche” ein Bestand von 22 Figuren zum Thema “Pariser Markt- und Gassenschreier”. Modelliert sind die Figuren nach einer Mitte der 1820er entstandenen Serie von Lithografien mit dem Titel “Les Cris de Paris” von Carle Vernet (1758-1836), darunter auch der Marchand de Fagots, der Holzwellen-Händler, d.h. Reisigbündel- bzw. Anfeuerholz-Verkäufer.

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