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Carl Schauk: Hohenzollerische Landesbahnen, 1909

Farblithografie | H 89 cm, B 69 cm | Hohenzollerisches Landesmuseum Hechingen

Die Hohenzollerische Landesbahn ist eine der wenigen Privatbahnen des ausgehenden 19. Jahrhunderts, die als Unternehmen bis heute existieren. Die HzL ist neben der DB die größte Eisenbahngesellschaft in Baden-Württemberg. 1899 als Actiengesellschaft Hohenzollern’sche Kleinbahngesellschaft gegründet, wurde die HzL nach den Aufbau eines Schienennetzes seit 1909 als eigenständiger Eisenbahnbetrieb geführt. Zu diesem Anlass entstand ein weit verbreitetes Werbeplakat, das den hohenzollerischen Tourismus ankurbeln sollte. Hohenzollern war damals noch ein preußischer Regierungsbezirk mit Amtssitz in Sigmaringen, deshalb bildet auf dem Plakat das Sigmaringer Schloss mit dem Provinzialwappen den Mittelpunkt. Eine Folge von Orten, die mit der Bahn erreichbar waren, sind um das Mittelbild gruppiert, während in der unteren Bildhälfte die im 19. Jahrhundert neu erbaute Burg Hohenzollern zu sehen ist. Ein Dampfzug der Landesbahn quert das Bild; er kommt aus Hechingen (dem Sitz der Betriebsgesellschaft), das rechts im Hintergrund erscheint und wird von einem freundlichen Schäfer auf einem Felsvorsprung beobachtet. Eine Karte mit Bahnverbindungen gibt Aufschluss über die Erreichbarkeit des neuen Streckennetzes. Der Autor des Plakates, Carl Schmauk (1868-1946) aus Untertürkheim, war an der Stuttgarter Kunstakademie ausgebildet worden und schätzte als Maler die Schwäbische Alb mit ihren vielfältigen Landschaftsmotiven. Die Typographie des Plakates macht deutlich, dass im graphischen Gewerbe – Schmauk war häufig als Illustrator für Zeitschriften und Buchverlage tätig – der Jugendstil noch immer den Ton angab.

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