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Halbbatzen der Reichsstadt Augsburg

1623 | Silber, Dm 19 mm | Vorderseite: Augsburger Stadtpyr und Umschrift : . AVGVSTA . VINDELICORVM .; Inschrift: 16 / 23; Rückseite den gekrönten Doppeladler und Reichsapfel mit dem Nominal “2”; Umschrift: FERDINANVS . II . ROM . IMP . S . AVG. | Stuttgart, Landesmuseum Württemberg, Inv. Nr. MK 9490

Im Jahr 1935 wurde beim Umbau eines Kuhstalls in Gäufelden-Öschelbronn ein Silberschatz entdeckt: 900 Münzen aus dem Zeitraum ab der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts bis in die Mitte der 1670er-Jahre. Wer das Geld aus welchen Gründen in Öschelbronn vergraben hat, ist unbekannt, wie bei den meisten Schatzfunden. Der Münzfund, heute im Landesmuseum Württemberg, zeichnet sich durch große Vielfalt an Varianten aus: Allein 54 verschiedene Prägeherrschaften lassen sich nachweisen. Die meisten Prägungen stammen aus dem Alten Reich, wobei insbesondere das Kurfürstentum Bayern und die Reichsstadt Augsburg zahlenmäßig herausragen. Aber auch die Königreiche England, Frankreich und Schweden sind mit Münzen vertreten. Die digitale Bearbeitung des Fundes von Öschelbronn ist vor kurzem durch Studenten der Universität Heidelberg erfolgt und wurde durch den Numismatischen Verbund Baden-Württemberg gefördert. Die Ergebnisse können im digitalen Katalog des Museums nachvollzogen werden.

Der größte Teil der Münzen besteht aus sog. Halbbatzen, ein nach der großen Inflation der Kipper- und Wipperzeit von 1622/23 eingeführtes, massenhaft geprägtes, in ganz Süddeutschland verbreitetes und bis ins 18. Jahrhundert im Geldumlauf vertretenes Kleingeld-Nominal (2 Kreuzer). Der Halbbatzen zeigt in der Regel das Wappen des Münzherrn auf der Vorder- sowie einen Doppeladler mit dem Reichsapfel und der Wertzahl “2” versehen auf der Rückseite.

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