Zurück

J. H. Dannecker: Königin Katharina von Württemberg als Ceres

Nach 1818 | Marmor H 59 cm | Landesmuseum Württemberg, Inv. Nr. 1979-212

Am 9. Januar 1819, vor 200 Jahren, ist Königin Katharina von Württemberg im Alter von nur 30 Jahren in Stuttgart verstorben. Ihre Ehe mit dem württembergischen Kronprinzen, der im Jahr der Heirat als Wilhelm I. den Thron bestieg, war auf dem Wiener Kongress 1815 arrangiert worden. Sie erschien den Zeitgenossen als Liebesheirat und die junge Königin stand bald in dem Ruf eine Wohltäterin des Volkes zu sein. Der Bildhauer Dannecker, der die Büste Katharinas im September 1818 modelliert hat, spielt mit einem ährenverzierten Diadem auf ihr Wirken in der Hungersnot von 1817 an – die Ähre ist das Attribut der antiken Fruchtbarkeitsgöttin Ceres. Schon früh setzte die vom König auch selbst in Szene gesetzte Legende vom königlichen Traumpaar ein, die ihren Höhepunkt mit der Errichtung einer monumentalen Grablege auf dem Rotenberg bei Stuttgart erreichte, für die Wilhelm I. die Stammburg der Württemberger, zumindest deren Reste, schleifen ließ. Die Giebelinschrift des Mausoleums, “Die Liebe höret nimmer auf”, rührt noch heute die Spaziergänger auf dem Rotenberg, auch wenn eine Ursache für den frühen Tod der Königin das intime Verhältnis des Gatten zu einer Hofdame gewesen sein soll.

Image