Coachingprogramm

Dritte Runde: Coachingprogramm Sammlungspflege 2024

Unser Coachingprogramm richtet sich an Museen in Baden-Württemberg, die ihre Arbeit mit und an der Sammlung nachhaltig verbessern möchten. Erfahrene Fachleute kommen zu Ihnen ins Museum und unterstützen Sie bei der Arbeit mit der Sammlung. Ganz auf Ihren Bedarf angepasst, lernen Sie, wie das Sammlungskonzept auf einen aktuellen Stand gebracht wird, wie man mit der digitalen Inventarisierung schneller vorankommt, wie man Ordnung im Depot schafft und welche Maßnahmen zur Verbesserung der konservatorischen Bedingungen umsetzbar sind.

Vier nichtstaatliche Museen aus Baden-Württemberg können 2024 nach einem Auswahlverfahren kostenlos an dem Programm teilnehmen. Zwischen April und Oktober 2024 erhalten Sie - je nach Bedarf - die Hilfe eines Kulturwissenschaftlers sowie von Restauratoren bei verabredeten Vor-Ort-Terminen und über weitere Beratungen per Telefon, Email oder Videokonferenz.

 

Die Coaches 2024

Elisabeth Hustedt-Martens 

Nach ihrer Goldschmiedelehre begann Elisabeth Hustedt-Martens ein Studium an der staatlichen Akademie der Bildenden Künste in Stuttgart. Dieses schloss sie als Diplom-Restauratorin ab. Seit 2006 hat sie eine eigene Restaurierungswerkstatt für Objekte aus Metall und Keramik. Darüber hinaus ist Elisabeht Hustedt-Martens immer wieder in Depots mit unterschiedlichen Fragestellungen unterwegs. Seit 2021 arbeitet sie außerdem als Depotverwaltung der historischen Museen Reutlingen.

Im Coaching für die Landesstelle genießt die Diplom-Restauratorin die konstruktive Zusammenarbeit mit den verschiedenen Museen und die Möglichkeit für jedes Depot eine gute Perspektive zu finden. Sie freut sich jedes Jahr über die neuen Häuser, die sie begleiten darf. Ihr Motto: Man sollte öfter einen Mutausbruch haben!

Volker Immel

Nach einer Ausbildung zum Schreiner absolvierte Volker Immel ein Studium an der Fachakademie München (Goering Institut) zum staatlich geprüften Restaurator für Möbel und Holzobjekte. Seit 1994 ist er freiberuflich mit eigener Werkstatt in Ilshofen selbständig. Neben der eigentlichen Restaurierung von Objekten umfassen die Schwerpunkte seiner Tätigkeit die konservatorische Reinigung und Dekontaminierung von Exponaten und Depots, die Beratung in den Bereichen Klima und Sammlungspflege, die Erstellung von Fachgutachten sowie die Koordination von Großprojekten. Außerdem bildet er regelmäßig Praktikant*innen aus. Seit 2022 verfügt er über die Qualifikation als 'Geprüfte Schutz- und Sicherheitskraft'.

Frank Lang

Frank Lang ist freiberuflicher Kulturwissenschaftler und seit über 30 Jahren an Neuprojekten für Museen und Ausstellungen tätig. Sammlungstätigkeit und Inventarisation gehören dabei selbstverständlich zur Museumsplanung dazu.

Ein wichtiges berufliches Standbein war seine langjährige Tätigkeit als Kurator in der Abteilung Populär- und Alltagskultur am Landesmuseum Württemberg.

Gut zu wissen

Das Coachingprogramm stellt die musealen Kernaufgaben in den Mittelpunkt: das Arbeiten mit den Sammlungsbeständen und die Schaffung konservatorischer Grundlagen für deren Erhalt. Unter der praktischen Mitwirkung von Fachleuten vertiefen Sie grundlegende Kenntnisse zur richtigen Vorgehensweise bei zentralen Aufgabenfeldern:

Konservatorische Grundlagen

  • Fachgerechte Lagerung und Strukturierung im Depot
  • Konservatorische Rahmenbedingungen: Licht, Klima, Schädlingsprophylaxe
  • Begutachtung kritischer Objektzustände
  • Ermittlung notwendiger Maßnahmen zur Qualitätssteigerung

Sammlungsarbeit

  • Ein schriftlich formuliertes Sammlungskonzept als Grundlage:
    Analyse der Stärken und Schwächen der Sammlung
  • Sammlungsstrategie als Perspektive der Weiterentwicklung, Machbarkeit (verfügbare und erforderliche Ressourcen)
  • Vergabe von Inventarnummern
  • Erfassung des Inventars (Eingangsbuch, museum-digital)
    • Grunderfassung von Objekten (Mindestangaben)
    • Beschreibung von Objekten
    • Fotografieren von Objekten

Die Umsetzung des Projekts gliedert sich in drei Phasen:

  • In Phase eins kann ein teilnehmendes Museum die Betreuer vor Ort für drei ganze oder sechs halbe Tage in Anspruch nehmen.
  • Die hier gesteckten Ziele werden anschließend in der zweiten Phase vom Museum in Eigenleistung weiterverfolgt. 
  • In der dritten Phase geben drei halbtägige Folgetermine mit den Betreuern Gelegenheit dazu, die eigenen Resultate noch einmal gemeinsam zu reflektieren. Für Nachfragen sind auch Telefonate oder Videochats mit den Betreuern vorgesehen.

Die teilnehmenden Personen des Museums arbeiten gemeinsam mit den Coaches bei der Umsetzung der Projekte. Sie dokumentieren deren Verlauf, die erreichten Ziele in Wort und Bild sowie die gewonnenen Erkenntnisse und Empfehlungen zur weiteren Qualifizierung der Sammlung. In einem Abschlusstreffen vor Ort zusammen mit dem Träger des Museums und der Landesstelle referiert das Museum über das Coachingprogramm vorzugsweise in einer Präsentation.

  • Einreichungsfrist für Ihren Antrag auf Teilnahme: 25. Februar 2024
  • Umsetzungsphase: 1. April - 15. Oktober 2024
  • Abschlusstreffen (Museum, Träger, Landesstelle): Oktober 2024

Welche Voraussetzungen muss mein Museum für die Teilnahme am Coachingprogramm erfüllen?

  • Das Museum bewirbt sich schriftlich bei der Landesstelle für die Teilnahme am Coachingprogramm. Den Antrag auf Teilnahme finden Sie hier.
  • Das Museum erfüllt die personellen und finanziellen Voraussetzungen, um die durch das Coachingprogramm vermittelten Impulse aufzugreifen und langfristig umzusetzen.
  • Die Sammlungsschwerpunkte sind definiert und lassen sich benennen.
  • Das Museum ist an mindestens 104 Halbtagen bzw. 52 Ganztagen geöffnet.
  • Die Sammlung ist zumindest in Ansätzen inventarisiert. Die Inventarisierung wird auch aktuell regelmäßig fortgeführt.
  • Es existieren zusätzlich Räume für das Sammlungsgut bzw. ein Depot.

Welche Kosten kommen auf uns zu?

Im Rahmen des Programms übernimmt die Landesstelle sämtliche Kosten für den Einsatz der Coaches. Das teilnehmende Museum selbst kann dagegen keine Ausgaben gegenüber der Landesstelle geltend machen.

Was geschieht, wenn sich bei mir aufgrund unerwarteter Umstände terminliche Verschiebungen ergeben?

Der Zeitplan ist nicht starr vorgegeben. Abweichungen hiervon müssen allerdings mit allen Beteiligten abgestimmt werden und sollten dann auch in einem vertretbaren Rahmen möglich sein.

Antragsberechtigt sind alle nichtstaatlichen Museen in Baden-Württemberg. Die Entscheidung über die Teilnahme am Programm trifft allein die Landesstelle. Nach positivem Entscheid werden Sie unmittelbar benachrichtigt. In der Umsetzungsphase arbeiten Sie mit ein oder zwei Coaches zusammen.

Christoph Pitzen, Dipl. Rest.

Referent, konservatorische & restauratorische Beratung, museum-digital, Primus

Dr. Dina Sonntag

Referentin, allgemeine museumsfachliche Beratung, museum-digital