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Plakat zur Wertmetallsammlung März 1918

Berlin 1918 | Chromolithografie| H 70 cm, B 95 cm | Museum im Kornhaus Bad Waldsee

“Einrichtungsgegenstände aus Aluminium, Kupfer, Messing, Nickel, Zinn sind enteignet – liefert sie ab!/ Bekanntmachung No. M.8./1.18 K.R.A. [Kriegsrohstoffabteilung] vom 26. März 1918 ist bei allen Sammelstellen einzusehen!”. Der ursprüngliche Plakatentwurf aus dem Jahr 1917 hatte noch für eine Spendenkampagne geworben. Mit dem Aufbau und der Leitung der Kriegsrohstoffabteilung (KRA) im preußischen Kriegsministerium wurde 1914 Walther Rathenau (1867-1922) betraut. Die Behörde erfasste zwischen Frühjahr 1915 und Sommer 1916 alle in Deutschland vorhandenen Rohstoffe und überwachte deren Verarbeitung. Doch je länger der Krieg andauerte, desto dramatischer wurde der Rohstoffmangel der deutschen Rüstungsindustrie, die durch die britische Seeblockade von Importen aus Übersee abgeschnitten war, die vor 1914 fast die Hälfte aller deutschen Einfuhren ausgemacht hatten. Auch die bis 1918 auf 2.500 Mitarbeiter angewachsene KRA konnte am Ende nur den Mangel verwalten und hatte den überlegenen Ressourcen der Alliierten auf Dauer nichts entgegensetzen.

Das Plakat wurde von Louis Oppenheim (1879-1936), einem in London ausgebildeten Gebrauchsgrafiker, entworfen und von der Berliner Kunstanstalt Weylandt produziert.

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