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Tübinger Stuhl

1920er Jahre | Rotbuche | H 83 cm, B 57 cm, T 50 cm | Stadtmuseum Tübingen, Inv. Nr. 10241a

Tübinger Stühle sind seit einigen Jahren auf dem Vintagemöbelmarkt ein fester Begriff. Dabei handelt es sich im engeren Sinn um Sitzmöbel aus der Fabrikation der 1882 gegründeten Stuhlfabrik Schäfer, die über viele Jahrzehnte unter dem Namen “Tübinger Stuhl” robuste und preiswerte Wirtshausstühle produzierte. Bis in die 1970er Jahre war der Tübinger Stuhl eine Art Standardmöbel für die Ausstattung von Gaststätten und Veranstaltungssälen, und dementsprechend weit verbreitet war die stabile Brettkonstruktion. Die Firma stellte den Stuhl in vielen Varianten her, doch die Grundkonstruktion blieb stets dieselbe: Vier gespreizte Beine, gesteckt in zwei Gratleisten, die mit dem aus massiven Brettchen verleimten Sitzblatt durch eine Schwalbenschwanznut verbunden sind. Diese Konstruktion stabilisiert sich bei Belastung von selbst – im Grunde ein traditionelles Bauernmöbel, wie es vor allem im Alpenraum seit Jahrhunderten verbreitet war.

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