Coaching
Fünfte Runde: Coaching Sammlungspflege 2026
Unser Coaching im Bereich der Sammlungspflege richtet sich an Museen in Baden-Württemberg, die ihre Arbeit mit und an der Sammlung nachhaltig verbessern möchten. Erfahrene Fachleute kommen zu Ihnen ins Museum und unterstützen Sie im Umgang mit der Sammlung. Ganz auf Ihren Bedarf angepasst, lernen Sie, wie das Museumskonzept auf einen aktuellen Stand gebracht wird, wie man mit der digitalen Inventarisierung schneller vorankommt, wie man Ordnung im Depot schafft und welche Maßnahmen zur Verbesserung der konservatorischen Rahmenbedingungen sinnvoll und umsetzbar sind.
Nach einem Auswahlverfahren können nichtstaatliche Museen aus Baden-Württemberg kostenlos an dem Programm teilnehmen. Damit erhalten sie zwischen April und Oktober 2026 praxistaugliche Hilfe von Kulturwissenschaftler*innen und Restaurator*innen in Vor-Ort-Terminen und über weitere Beratungen per Telefon, Email oder Videokonferenz.
Die Coaches 2026
Dr. Yvonne Arras
Promovierte Kunsthistorikerin, Literaturwissenschaftlerin und Romanistin. Ehemalige Leiterin verschiedener kommunaler Museen. Als Geschäftsführerin der Firma FACHWERK hat sie sich unter anderem auf die konzeptionelle und organisatorische Beratung von Museen und Ausstellungshäusern sowie auf die Vermittlung von Kunst im analogen und digitalen Bereich spezialisiert.
Volker Immel
Nach einer Ausbildung zum Schreiner absolvierte Volker Immel ein Studium an der Fachakademie München (Goering Institut) zum staatlich geprüften Restaurator für Möbel und Holzobjekte. Seit 1994 ist er freiberuflich mit eigener Werkstatt in Ilshofen selbständig. Neben der eigentlichen Restaurierung von Objekten umfassen die Schwerpunkte seiner Tätigkeit die konservatorische Reinigung und Dekontaminierung von Exponaten und Depots, die Beratung in den Bereichen Klima und Sammlungspflege, die Erstellung von Fachgutachten sowie die Koordination von Großprojekten. Außerdem bildet er regelmäßig Praktikant*innen aus. Seit 2022 verfügt er über die Qualifikation als 'Geprüfte Schutz- und Sicherheitskraft'.
Dr. Stefanie Scheerer
Dr. Stefanie Scheerer hat Restaurierung an der HTW Berlin studiert. Nach Arbeitsaufenthalten im Ausland im Bereich Restaurierung und Forschung studierte sie Mikrobiologie an der Cardiff University, wo sie anschließend über den mikrobiellen Befall von Außendenkmalen aus Stein promovierte. Seit 2008 ist sie in Stuttgart freiberuflich im Bereich Mikrobiologie und Restaurierung tätig.
Dr. Dina Sonntag
Dr. Dina Sonntag ist Kunsthistorikerin und war bis Ende 2024 in der Landesstelle als Museumsberaterin tätig. Wichtig ist ihr, an der Praxis des Museums orientierte Konzepte im Coaching in Gang zu setzen.
Gut zu wissen
Das Coaching stellt die musealen Kernaufgaben in den Mittelpunkt: Das Arbeiten mit den Sammlungsbeständen und die Schaffung konservatorischer Grundlagen für deren Erhalt. Unter der praktischen Mitwirkung der Coaches vertiefen Sie grundlegende Kenntnisse zur richtigen Vorgehensweise bei zentralen Aufgabenfeldern:
Konservatorische Grundlagen
- Fachgerechte Lagerung und Strukturierung im Depot
- Konservatorische Rahmenbedingungen: Licht, Klima, Schädlingsprophylaxe
- Begutachtung kritischer Objektzustände
- Ermittlung notwendiger Maßnahmen zur Qualitätssteigerung
Sammlungsarbeit
- Ein schriftlich formuliertes Sammlungskonzept:
Analyse der Stärken und Schwächen der Sammlung - Sammlungsstrategie als Perspektive der Weiterentwicklung und Machbarkeit (verfügbare Ressourcen)
- Erfassung des Inventars (Eingangsbuch, museum-digital)
- Grunderfassung von Objekten (Mindestangaben)
- Vergabe von Inventarnummern
- Beschreibung von Objekten
- Einreichungsfrist für Ihren Antrag auf Teilnahme: 15. Februar 2026
- Umsetzungsphase: März – Oktober 2026
- Abschlusstreffen (Museum, Träger, Landesstelle): Oktober 2026
In der Regel steht Ihnen ein Duo, bestehend aus einem Kulturwissenschaftler und einem Restaurator, insgesamt für drei ganze oder äquivalent sechs halbe Tage vor Ort zur Verfügung. Darüber hinaus sind weitere Zeitkontingente für die Korrespondenz mit den Betreuern via Telefon oder Videochat eingeplant.
Die Umsetzung des Projekts gliedert sich gewöhnlich in vier Phasen: Phase eins startet mit einem Kick-off-Treffen bei Ihnen im Museum mit allen Beteiligten, um grundlegend Ziele und Vorgehensweise zu erörtern. In Phase zwei kommen Sie mit den Coaches ins Handeln: Sie lassen sich ganz praktisch anleiten und formulieren gemeinsam die anstehenden Aufgaben, die in der dritten Phase vom Museum in Eigenleistung vollendet werden. In der vierten Phase reflektieren Sie die Resultate mit den Betreuern. Das Coaching endet mit einem Abschlusstreffen in Anwesenheit des Museums, des Trägers/Vorstands und der Landesstelle.
Die beteiligten Personen des Museums arbeiten gemeinsam mit den Coaches bei der Umsetzung der Projekte. Sie dokumentieren deren Verlauf, die erreichten Ziele in Wort und Bild sowie die gewonnenen Erkenntnisse und Empfehlungen zur weiteren Qualifizierung der Sammlung. In dem Abschlusstreffen vor Ort mit dem Träger/Vorstand des Museums und der Landesstelle referiert das Museum vorzugsweise mittels einer Präsentation über das Coaching.
Vorraussichtlich im Spätherbst führt die Museumsakademie (Landesstelle) eine digitale Veranstaltung durch, in wir uns über das absolvierte Coaching und seine Effekte unterhalten möchten. Hierfür ist die aktive Teilnahme der beteiligten Museen an der Diskussionsrunde und jeweils eine ca. viertelstündige Präsentation vorgesehen.
Welche Voraussetzungen muss mein Museum für die Teilnahme am Coachingprogramm erfüllen?
- Das Museum bewirbt sich schriftlich bei der Landesstelle für die Teilnahme am Coaching.
- Das Museum verfügt über ausreichende Ressourcen, um aktiv mit den Coaches zusammenzuarbeiten.
- Das Museum erfüllt die personellen und finanziellen Voraussetzungen, um die durch das Coaching vermittelten Impulse aufzugreifen und langfristig umzusetzen.
- Die Sammlungsschwerpunkte sind definiert und lassen sich benennen.
- Das Museum ist an mindestens 104 Halbtagen bzw. 52 Ganztagen geöffnet.
- Die Sammlung ist zumindest in Ansätzen inventarisiert. Die Inventarisierung wird auch aktuell regelmäßig fortgeführt.
- Es existieren zusätzlich Räume für das Sammlungsgut bzw. ein Depot.
Welche Kosten kommen auf uns zu?
Im Rahmen des Coachings übernimmt die Landesstelle sämtliche Kosten für den Einsatz der Coaches. Das teilnehmende Museum selbst kann dagegen keine Ausgaben gegenüber der Landesstelle geltend machen.
Was geschieht, wenn sich bei mir aufgrund unerwarteter Umstände terminliche Verschiebungen ergeben?
Der Zeitplan ist nicht starr vorgegeben. Abweichungen hiervon müssen allerdings mit allen Beteiligten abgestimmt werden und sollten dann auch in einem vertretbaren Rahmen möglich sein.
Antragsberechtigt sind alle nichtstaatlichen Museen in Baden-Württemberg. Die Entscheidung über die Teilnahme am Programm trifft allein die Landesstelle. Nach positivem Entscheid werden Sie unmittelbar benachrichtigt.
Download Antrag
Beteiligte Museen am Coaching
Jedes Jahr können bis zu vier Museen am Coaching teilnehmen. Hier ein Einblick der teilnehmenden Häuser aus den vergangenen Jahren:
2025
- Stadtmuseum Leonberg
- Hohenloher Freilandmuseum Schwäbisch Hall - Wackershofen
- Museum der Stadt Weinheim
- Glasmuseum Wertheim
2024
- Museum im Storchen Göppingen
- Stadtmuseum Rottweil
- Stadtmuseum Schorndorf
- Museen der Stadt Tuttlingen
2023
- Stadtmuseum Mössingen
- Museum Ritterhaus und Galerie der Stadt Offenburg
- Städtisches Museum Schopfheim
Christoph Pitzen, Dipl. Rest.
Referent, konservatorische & restauratorische Beratung, museum-digital, Primus