Coaching
Sechste Runde: Coaching Sammlungspflege 2027
Unser Coaching im Bereich der Sammlungspflege richtet sich an Museen in Baden-Württemberg, die ihre Arbeit mit und an der Sammlung nachhaltig verbessern möchten. Erfahrene Fachleute kommen zu Ihnen ins Museum und unterstützen Sie im Umgang mit der Sammlung. Individuell auf Ihren Bedarf angepasst, lernen Sie, wie das Museumskonzept auf einen aktuellen Stand gebracht wird, wie Sie mit der digitalen Inventarisierung schneller vorankommen, wie Sie Ordnung im Depot schaffen und welche Maßnahmen zur Verbesserung der konservatorischen Rahmenbedingungen umsetzbar sind.
Nach einem Auswahlverfahren können nichtstaatliche Museen aus Baden-Württemberg kostenlos an dem Programm teilnehmen. Damit erhalten Sie 2027 praxistaugliche Hilfe von Kulturwissenschaftler*innen und Restaurator*innen in Vor-Ort-Terminen und über weitere Beratungen per Telefon, Email oder Videokonferenz.
Das Coaching stellt museale Kernaufgaben in den Mittelpunkt: Das Arbeiten mit den Sammlungsbeständen und die Schaffung konservatorischer Grundlagen für deren Erhalt. Unter praktischer Mitwirkung der Coaches vertiefen Sie grundlegende Kenntnisse zur Vorgehensweise in zentralen Tätigkeitsfeldern.
Konservatorische Grundlagen
- Fachgerechte Lagerung und Strukturierung im Depot
- Konservatorische Rahmenbedingungen wie Licht, Raumklima und Schutz vor Schädlingsbefall
- Begutachtung kritischer Objektzustände
- Ermittlung notwendiger Maßnahmen zur Qualitätssteigerung
Sammlungsarbeit
- Erstellen eines schriftlich formulierten Sammlungskonzepts inklusive Analyse der Stärken und Schwächen der Sammlung
- Sammlungsstrategie als Perspektive der Weiterentwicklung und Machbarkeit (verfügbare Ressourcen)
- Erfassung des Inventars (Eingangsbuch, museum-digital)
- Grunderfassung von Objekten (Minimaldatensatz)
- Beschreibung von Objekten
- Vergabe von Inventarnummern
- Fotografieren von Objekten
Einreichungsfrist für Ihren Antrag auf Teilnahme: 30.11.2026. Bitte senden Sie den Antrag an info(at)landesstelle.de.
Umsetzung: Januar – Oktober 2027
Abschlusstreffen (Museum, Träger, Landesstelle für Museen): Oktober 2027
In der Regel steht Ihnen ein Duo aus einer kulturwissenschaftlichen und einer restauratorischen Fachkraft für bis zu drei ganze oder sechs halbe Tage vor Ort zur Verfügung. Darüber hinaus sind weitere Zeitkontingente für die Korrespondenz mit den Betreuern via Telefon oder Videochat eingeplant.
Die Umsetzung des Projekts gliedert sich gewöhnlich in vier Phasen: Phase eins startet mit einem Kick-off-Treffen bei Ihnen im Museum mit allen Beteiligten, um grundlegend Ziele und Vorgehensweise zu erörtern. In Phase zwei kommen Sie mit den Coaches ins Handeln: Sie lassen sich ganz praktisch anleiten und formulieren gemeinsam die anstehenden Aufgaben, die in der dritten Phase vom Museum in Eigenleistung vollendet werden. In der vierten Phase reflektieren Sie die Resultate mit den Betreuern. Das Coaching endet mit einem Abschlusstreffen in Anwesenheit des Museums, des Trägers/Vorstands und der Landesstelle für Museen.
Die beteiligten Museumsmitarbeitenden arbeiten gemeinsam mit den Coaches bei der Umsetzung der Projekte. Sie dokumentieren deren Verlauf und die erreichten Ziele in Wort und Bild sowie die gewonnenen Erkenntnisse und Empfehlungen zur weiteren Qualifizierung der Sammlung. Beim Abschlusstreffen vor Ort mit dem Träger des Museums und der Landesstelle stellt das Museum den Coaching-Prozess und dessen Ergebnisse idealerweise mittels einer Präsentation vor.
Im September des Folgejahres lädt die Museumsakademie der Landesstelle zu einer digitalen Veranstaltung ein, bei der wir gemeinsam auf Ihre Coachingprozesse zurückblicken und uns über die daraus entstandenen Impulse austauschen möchten. Wir freuen uns, wenn sich die beteiligten Museen aktiv an der Diskussionsrunde beteiligen und Erfahrungen in einer kurzen Präsentation vorstellen.
Welche Voraussetzungen muss mein Museum für die Teilnahme am Coachingprogramm erfüllen?
- Das Museum bewirbt sich schriftlich bei der Landesstelle für die Teilnahme am Coaching.
- Das Museum verfügt über ausreichende Ressourcen, um aktiv mit den Coaches zusammenzuarbeiten und die vermittelten Impulse über den Programmzeitraum hinaus weiterzuverfolgen.
- Die Sammlungsschwerpunkte sind definiert und lassen sich benennen.
Das Museum ist an mindestens 104 Halbtagen oder 52 Ganztagen geöffnet und in der zentralen Datenbank der Landesstelle gelistet.
- Die Sammlung ist zumindest in Ansätzen inventarisiert. Die Inventarisierung wird auch aktuell regelmäßig fortgeführt.
- Es existiert ein Depot oder zusätzliche Räume für das Sammlungsgut.
Welche Kosten kommen auf uns zu?
Im Rahmen des Coachings übernimmt die Landesstelle sämtliche Kosten für den Einsatz der Coaches. Das teilnehmende Museum selbst kann jedoch keine Ausgaben gegenüber der Landesstelle geltend machen.
Was geschieht, wenn sich bei mir aufgrund unerwarteter Umstände terminliche Verschiebungen ergeben?
Der Zeitplan ist nicht starr vorgegeben. Abweichungen hiervon müssen möglichst frühzeitig mit der Landesstelle und allen Beteiligten abgestimmt werden.
Antragsberechtigt sind alle nichtstaatlichen Museen in Baden-Württemberg. Die Entscheidung über die Teilnahme am Coaching trifft allein die Landesstelle für Museen. Nach positivem Entscheid werden Sie unmittelbar benachrichtigt.
Die Coaches 2027
Dr. Yvonne Arras
Dr. Yvonne Arras ist promovierte Kunsthistorikerin, Literaturwissenschaftlerin und Romanistin und leitete verschiedener kommunale Museen. Als Geschäftsführerin der Firma Fachwerk hat sie sich unter anderem auf die konzeptionelle und organisatorische Beratung von Museen und Ausstellungshäusern sowie auf die Vermittlung von Kunst im analogen und digitalen Bereich spezialisiert.
Volker Immel
Nach einer Ausbildung zum Schreiner absolvierte Volker Immel ein Studium an der Fachakademie München (Goering Institut) zum staatlich geprüften Restaurator für Möbel und Holzobjekte. Seit 1994 ist er freiberuflich mit eigener Werkstatt in Ilshofen selbständig. Neben der Restaurierung von Objekten umfassen die Schwerpunkte seiner Tätigkeit die konservatorische Reinigung und Dekontaminierung von Exponaten und Depots, die Beratung in den Bereichen Klima und Sammlungspflege, die Erstellung von Fachgutachten sowie die Koordination von Großprojekten. Außerdem bildet er regelmäßig Praktikant*innen aus. Seit 2022 verfügt er über die Qualifikation als 'Geprüfte Schutz- und Sicherheitskraft'.
Dr. Stefanie Scheerer
Dr. Stefanie Scheerer hat Restaurierung an der HTW Berlin studiert. Nach Arbeitsaufenthalten im Ausland im Bereich Restaurierung und Forschung studierte sie Mikrobiologie an der Cardiff University, wo sie anschließend über den mikrobiellen Befall von Außendenkmalen aus Stein promovierte. Seit 2008 ist sie in Stuttgart freiberuflich im Bereich Mikrobiologie und Restaurierung tätig.
Dr. Heike Zech
Dr. Heike Zech ist freiberufliche Sammlungsberaterin und Kunsthistorikerin. Sie war unter anderem Senior Curator am Victoria and Albert Museum in London, Referentin bei der Landesstelle für nichtstaatliche Museen in Bayern und bis September 2026 stellvertretende Generaldirektorin und Sammlungsleiterin am Germanischen Nationalmuseum in Nürnberg. Die Entwicklung und Umsetzung tragfähiger Sammlungskonzepte und Prozesse des Sammlungsmanagements sind für sie Dreh- und Angelpunkt einer nachhaltigen und zeitgemäßen Sammlungsarbeit.
Download Antrag
Fünfte Runde: Coaching Sammlungspflege 2026
In diesem Jahr erhalten vier Museen die fachliche Begleitung:
- Rolf-Deuschle-Museum Denkendorf
- Museum im Alten Rathaus Neckargemünd
- ZEISS Museum der Optik Oberkochen
- Stadtmuseum Sindelfingen
Die unterstützenden Coaches sind Dr. Yvonne Arras, Volker Immel, Dr. Stefanie Scheerer und Dr. Dina Sonntag.
Bislang Beteiligte Museen am Coaching
Jedes Jahr können bis zu vier Museen am Coaching teilnehmen. Hier ein Einblick der teilnehmenden Häuser aus den vergangenen Jahren:
2025
- Stadtmuseum Leonberg
- Hohenloher Freilandmuseum Schwäbisch Hall - Wackershofen
- Museum der Stadt Weinheim
- Glasmuseum Wertheim
2024
- Museum im Storchen Göppingen
- Stadtmuseum Rottweil
- Stadtmuseum Schorndorf
- Museen der Stadt Tuttlingen
2023
- Stadtmuseum Mössingen
- Museum Ritterhaus und Galerie der Stadt Offenburg
- Städtisches Museum Schopfheim
Regina Klee, M.A., Dipl. Rest.
Referentin für Konservierung, Restaurierung und Notfallvorsorge