Sie dient zugleich als Ausblick auf die neue Handreichung des Deutschen Museumsbundes (DMB) zu diesem Thema. Während die Presse oft primär nach Rückgaben fragt, rückt diese Veranstaltung das Fundament in den Fokus: die wissenschaftliche Provenienzforschung und das öffentliche Interesse an der Herkunft von antiken Objekten in Museen. Ziel ist es, historische Verhältnisse verständlich zu machen, die aktuellen Fragen und Rahmenbedingungen der Forschung aufzuzeigen und Beispiele für kooperative Lösungen und produktiven Dialog mit den Herkunftsländern vorzustellen. Die abschließende Podiumsdiskussion bringt Stimmen aus Öffentlichkeit, Rechtswissenschaften, Museum und Forschung zusammen.
Die Tagung richtet sich an Fachpublikum, Studierende sowie die interessierte Öffentlichkeit.
Programm
9.00 Uhr
Begrüßung
Prof. Dr. Christina Haak, Direktorin des Landesmuseums Württemberg Stuttgart
Silvia Willkomm, Geschäftsführerin des Deutschen Museumsbundes
Einführung: Warum diese Tagung jetzt?
Dr. Astrid Fendt, Leiterin der Abteilung Archäologie am Landesmuseum Württemberg, Stuttgart
Dr. Frank Hildebrandt, Leiter der Antikensammlung am Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg
9.20 Uhr
1. Herausforderung Provenienz – Zwischen Sammlungsgeschichte, Recherche und Forschung
Moderation: Dr. Katarina Horst
Unterschiedlichkeiten in der archäologischen Provenienzforschung hinsichtlich historischer Epochen und Länder
Dr. Jörg Drauschke, Leiter des Arbeitsbereichs Sammlungen am LEIZA Mainz
Dr. Georg Gerleigner, Wissenschaftlicher Mitarbeiter für archäologische Provenienzforschung am Zentralarchiv der Staatlichen Museen zu Berlin
Birgit Sporleder, Schriftführerin der Arbeitsgruppe Archäologie im Arbeitskreis Provenienzforschung
Archäologische Provenienzforschung: Methodik und Bewertungskriterien
Dr. Birthe Hemeier, Leiterin Tuchfabrik Crimmitschau, Mitgründerin der Arbeitsgruppe Archäologie im Arbeitskreis Provenienzforschung
Diskussion
10.30 Uhr
Kaffeepause
11.00
2. Herausforderung Provenienz – zwischen Erwerbung und Rückgabeforderung
Moderation: Prof. Dr. Jochen Griesbach
Erwerbung, Schenkung und Vermittlung an Herkunftsländer
Dr. Katarina Horst, Leiterin Abteilung Archäologie am Badischen Landesmuseum Karlsruhe
Rückgabeforderungen: Herausforderung für Institutionen - Chance zur Kooperation mit Herkunftsländern
Dr. Jörg Drauschke, Leiter des Arbeitsbereichs Sammlungen am LEIZA Mainz
Dr. Frank Hildebrandt, Leiter der Antikensammlung am Museum für Kunst und Gewerbe, Hamburg
„Orphans“ – Was tun mit Objekten ohne Provenienz?
Dr. Vasiliki Barlou-Jäggi, Wissenschaftliche Mitarbeiterin Provenienzforschung, Antikenmuseum Basel und Sammlung Ludwig
Diskussion
12.00
Mittagessen in der Dürnitz im Alten Schloss
13.00
3. Herausforderung Provenienz – zwischen Sorgfaltspflichten und Möglichkeiten
Moderation: Dr. Martin Maischberger
Institutionalisierte Provenienzforschung
Dr. Vasiliki Barlou-Jäggi, Wissenschaftliche Mitarbeiterin Provenienzforschung, Antikenmuseum Basel und Sammlung Ludwig
Archäologische Provenienzforschung in kleinen Museen: Was ist möglich?
Dr. Birthe Hemeier, Leiterin Tuchfabrik Crimmitschau, Mitgründerin der Arbeitsgruppe Archäologie im Arbeitskreis Provenienzforschung
Diskussion
13.30Uhr
„Blitzlichter“
Prof. Dr. Meike Hopp, Vorständin des Deutschen Zentrums für Kulturgutverluste
Birgit Sporleder, Schriftführerin der Arbeitsgruppe Archäologie im Arbeitskreis Provenienzforschung
Dr. Martin Hoernes, Generalsekretär der Ernst von Siemens Kunststiftung
14.00
Kaffeepause
14.30 Uhr
Podiumsdiskussion
Moderation: Dr. Astrid Fendt und Dr. Frank Hildebrandt
Podiumsgäste
Fabienne Baraga, Leiterin der Fachstelle internationaler Kulturgütertransfer und Raubkunst, Bundesamt für Kultur, Bern
Dr. Christina Berking, Rechtsanwältin, Sprecherin der Interessensgemeinschaft Deutscher Kunsthandel
Prof. Dr. Jochen Griesbach, Direktor der Antikensammlung der Universität Würzburg
Stefan Koldehoff, Journalist bei Deutschlandradio
Dr. Martin Maischberger, Direktor der Antikensammlung, Staatliche Museen zu Berlin
Dr. Georg Plattner, Direktor der Antikensammlung, Kunsthistorisches Museum Wien