Kulturgutschutz und Provenienzforschung zu Antiken - Öffentliche Tagung mit Podiumsdiskussion

  • Termin: 04.03.2027 | 09:00-17:00
  • Ort: Stuttgart, Landesmuseum Württemberg, Reinhold Würth Saal
  • Teilnehmer*innen: 120
  • Veranstalter: Landesmuseum Württemberg, Museumsakademie Baden-Württemberg, Deutscher Museumsbund

Wie gehen wir heute mit Antiken in Museen und Sammlungen sowie der Frage nach ihrer Herkunft um? Was für Fragen stellen sich, wissenschaftlich, juristisch, ethisch? Die Tagung widmet sich dem fachlichen Dialog und dem Erfahrungsaustausch aus der Museumspraxis.

Sie dient zugleich als Ausblick auf die neue Handreichung des Deutschen Museumsbundes (DMB) zu diesem Thema. Während die Presse oft primär nach Rückgaben fragt, rückt diese Veranstaltung das Fundament in den Fokus: die wissenschaftliche Provenienzforschung und das öffentliche Interesse an der Herkunft von antiken Objekten in Museen. Ziel ist es, historische Verhältnisse verständlich zu machen, die aktuellen Fragen und Rahmenbedingungen der Forschung aufzuzeigen und Beispiele für kooperative Lösungen und produktiven Dialog mit den Herkunftsländern vorzustellen. Die abschließende Podiumsdiskussion bringt Stimmen aus Öffentlichkeit, Rechtswissenschaften, Museum und Forschung zusammen.

Die Tagung richtet sich an Fachpublikum, Studierende sowie die interessierte Öffentlichkeit.

Programm

9.00 Uhr
Begrüßung 
Prof. Dr. Christina Haak, Direktorin des Landesmuseums Württemberg Stuttgart 
Silvia Willkomm, Geschäftsführerin des Deutschen Museumsbundes 

Einführung: Warum diese Tagung jetzt? 
Dr. Astrid Fendt, Leiterin der Abteilung Archäologie am Landesmuseum Württemberg, Stuttgart 
Dr. Frank Hildebrandt, Leiter der Antikensammlung am Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg  

9.20 Uhr
1. Herausforderung Provenienz – Zwischen Sammlungsgeschichte, Recherche und Forschung
Moderation: Dr. Katarina Horst

Unterschiedlichkeiten in der archäologischen Provenienzforschung hinsichtlich historischer Epochen und Länder

Dr. Jörg Drauschke, Leiter des Arbeitsbereichs Sammlungen am LEIZA Mainz
Dr. Georg Gerleigner, Wissenschaftlicher Mitarbeiter für archäologische Provenienzforschung am Zentralarchiv der Staatlichen Museen zu Berlin
Birgit Sporleder, Schriftführerin der Arbeitsgruppe Archäologie im Arbeitskreis Provenienzforschung

Archäologische Provenienzforschung: Methodik und Bewertungskriterien 
Dr. Birthe Hemeier, Leiterin Tuchfabrik Crimmitschau, Mitgründerin der Arbeitsgruppe Archäologie im Arbeitskreis Provenienzforschung

Diskussion 

10.30 Uhr
Kaffeepause

11.00
2. Herausforderung Provenienz – zwischen Erwerbung und Rückgabeforderung
Moderation: Prof. Dr. Jochen Griesbach

Erwerbung, Schenkung und Vermittlung an Herkunftsländer 
Dr. Katarina Horst, Leiterin Abteilung Archäologie am Badischen Landesmuseum Karlsruhe

Rückgabeforderungen: Herausforderung für Institutionen - Chance zur Kooperation mit Herkunftsländern
Dr. Jörg Drauschke, Leiter des Arbeitsbereichs Sammlungen am LEIZA Mainz
Dr. Frank Hildebrandt, Leiter der Antikensammlung am Museum für Kunst und Gewerbe, Hamburg  

„Orphans“ – Was tun mit Objekten ohne Provenienz? 
Dr. Vasiliki Barlou-Jäggi, Wissenschaftliche Mitarbeiterin Provenienzforschung, Antikenmuseum Basel und Sammlung Ludwig

Diskussion 

12.00
Mittagessen in der Dürnitz im Alten Schloss

13.00
3. Herausforderung Provenienz – zwischen Sorgfaltspflichten und Möglichkeiten
Moderation: Dr. Martin Maischberger

Institutionalisierte Provenienzforschung 
Dr. Vasiliki Barlou-Jäggi, Wissenschaftliche Mitarbeiterin Provenienzforschung, Antikenmuseum Basel und Sammlung Ludwig

Archäologische Provenienzforschung in kleinen Museen: Was ist möglich? 
Dr. Birthe Hemeier, Leiterin Tuchfabrik Crimmitschau, Mitgründerin der Arbeitsgruppe Archäologie im Arbeitskreis Provenienzforschung

Diskussion 

13.30Uhr
„Blitzlichter“ 
Prof. Dr. Meike Hopp, Vorständin des Deutschen Zentrums für Kulturgutverluste 
Birgit Sporleder, Schriftführerin der Arbeitsgruppe Archäologie im Arbeitskreis Provenienzforschung 
Dr. Martin Hoernes, Generalsekretär der Ernst von Siemens Kunststiftung 

14.00
Kaffeepause 

14.30 Uhr
Podiumsdiskussion
Moderation: Dr. Astrid Fendt und Dr. Frank Hildebrandt 

Podiumsgäste
Fabienne Baraga, Leiterin der Fachstelle internationaler Kulturgütertransfer und Raubkunst, Bundesamt für Kultur, Bern 
Dr. Christina Berking, Rechtsanwältin, Sprecherin der Interessensgemeinschaft Deutscher Kunsthandel 
Prof. Dr. Jochen Griesbach, Direktor der Antikensammlung der Universität Würzburg
Stefan Koldehoff, Journalist bei Deutschlandradio 
Dr. Martin Maischberger, Direktor der Antikensammlung, Staatliche Museen zu Berlin 
Dr. Georg Plattner, Direktor der Antikensammlung, Kunsthistorisches Museum Wien

 

 

 


Die Teilnahme an den Eigenveranstaltungen der Museumsakademie ist kostenlos. Lediglich die Anreise und evtl. aufkommende Übernachtungskosten am Veranstaltungsort gehen zu Lasten der Teilnehmer*innen. Aufgrund der oftmals limitierten Teilnehmer*innenanzahl ist eine rechtzeitige Anmeldung ratsam. Bitte haben Sie Verständnis, dass bei stark nachgefragten Workshops und Veranstaltungen mit limitierter Teilnehmer*innenanzahl nur zwei Personen pro Museum zugelassen werden können.